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Annina Brandenburg
"Meine Bestleistung knacken"

Düsseldorf. Die Diskuswerferin vom ART hat sich für die U20-WM in Polen qualifiziert. Ob sie letztlich dabei ist, entscheidet jedoch der Bundestrainer. Im Interview spricht die 18-Jährige über die mögliche Teilnahme.

2015 ging für Annina Brandenburg ein Wunsch in Erfüllung. Die Diskuswerferin reiste für Deutschland zur U18-WM nach Cali (Kolumbien) und erreichte mit 44,11 Metern den 13. Platz. Doch es scheint, als wolle sie das Trikot mit dem Bundesadler auf der Brust gar nicht mehr abstreifen. In Frankenberg hat die Abiturientin mit 50,84 Metern bereits die nächste Hürde pulverisiert und sich für die U20-WM qualifiziert.

Frau Brandenburg, hat Bundestrainer René Sack bereits Kontakt zu Ihnen aufgenommen? Wonach entscheidet sich, wer das Ticket nach Polen bekommt?

Brandenburg Der Bundestrainer war in Frankenberg persönlich vor Ort und hat mich zu meiner Leistung beglückwünscht. Drei Werferinnen haben bisher die Norm geschafft, zwei werden insgesamt mitgenommen. Es gibt noch einen Ausscheidungswettkampf in Mannheim (findet morgen und Sonntag statt, Anm. d. Red), dort wird dann geschaut, wer mit dem Druck am besten umgehen kann.

Erste Auslandserfahrungen haben Sie ja bereits vorzuweisen. Wenn Sie auf Kolumbien zurückblicken, welche Momente bleiben in Erinnerung?

Brandenburg Vor allem war ich von den Einheimischen angetan. Egal, ob man gut oder schlecht war, alle waren total begeisterungsfähig und haben die Athleten gefeiert. Außerdem haben die Kinder einen nach Autogrammen gefragt, das erlebt man sonst auch nicht.

Nun zählt die Leichtathletik zu den Einzelsportarten. Ist man im Nationalteam ganz auf sich alleingestellt oder wie stark ist das Mannschaftsgefüge wirklich?

Brandenburg Man steht zwar nicht gemeinsam auf dem Platz, aber man ist trotzdem ein Team. Vor der U18-WM gab es sogar ein Trainingslager in Florida, um sich besser kennenzulernen. Dort hatte uns der DLV für einen Abend eine Strandbar reserviert, wo Armbänder verteilt und ein Schlachtruf entwickelt wurden. Auch beim Wettkampf sind immer Leute da, die einen unterstützten.

Ein weiteres veraltetes Vorurteil besagt, dass man für das Diskuswerfen viel Körpergewicht benötigt. Wundern sich solche Menschen über Ihre athletische Figur?

Brandenburg Beim Diskuswerfen muss man vor allem viel Beweglichkeit mitbringen und sich schnell drehen können. Die Idealmaße dafür sind athletisch groß, nicht besonders viel Masse. Einige Leute haben da tatsächlich noch eine falsche Vorstellung.

Und wie sind Sie selber zum Diskuswerfen gekommen?

Brandenburg Obwohl ich 98er Jahrgang bin, bin ich seit 1999 im Leichtathletikverein angemeldet. Angefangen hat es mit dem Mutter-Kind-Turnen. 2011 habe ich dann mit dem Werfen begonnen und erstmals ein Gefühl für den Diskus entwickelt. Ausschlaggebend war aber ein Blockwettkampf 2013, bei dem ich mich mit 39 Metern für die Deutsche Meisterschaft qualifizierte. Von da an habe ich für mich den Spaß entdeckt und auch die internationalen Möglichkeiten gesehen.

Die Steigerung der Bestleistung von 46,87 Meter auf 50,84 Meter ist sicher auch mit viel Aufwand verbunden. Wie haben Sie darauf hingearbeitet?

Brandenburg Da ich den Diskus noch nicht so lange und intensiv mache, lernt man noch schrittweise dazu. Vor allem die Technik verfeinert sich. Insgesamt habe ich durchschnittlich neun Trainingseinheiten in der Woche, häufig trainiere ich auch zweimal am Tag. Das ist sehr zeitaufwendig, aber ich treffe viele meiner Freunde beim Sport, daher mache ich das gerne.

Falls es mit der Teilnahme in Polen klappt, wie sieht die Zielsetzung aus?

Brandenburg Ich möchte mich für den Endkampf qualifizieren und dabei am liebsten meine Bestleistung knacken.

DAS GESPRÄCH FÜHRTE CHRISTOPH ZABKAR

Quelle: RP
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