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Lokalsport
Personalpuzzle beim Rochusclub

Düsseldorf. Vor den beiden Partien in der Tennis-Bundesliga gegen Rot-Weiss Köln und den TK Kurhaus Lambertz Aachen hat Detlev Irmler personell gesehen die Qual die Wahl. Ein völlig neues Gefühl für den Teamchef des Rochusclubs. Von Tino Hermanns

Manchmal versteht Rochusclub-Teamchef Detlev Irmler die Welt nicht mehr. In der vergangenen Saison der Tennis-Bundesliga hagelte es bei den Teamzusammenstellungen für die einzelnen Begegnungen regelmäßig Absagen. Acht Verletzte und so einige Turnierverpflichtungen brachten Irmler öfter an den Rand der Verzweiflung. Vor den beiden nächsten Partien der aktuellen Spielzeit, heute (13 Uhr) bei Rot-Weiss Köln und Sonntag im Heimspiel gegen den TK Kurhaus Lambertz Aachen (11 Uhr Rolander Weg 15), rennen ihm "seine Jungs" hingegen die Bude ein. Irgendwie will jeder dabei sein. "Ich habe acht Spieler auf meiner Liste. Das sind deutlich zu viele. Einige muss ich streichen", berichtet Irmler. "Es ist aber auch mal schön, die Qual der Wahl zu haben." Seine Qual hat erst dann ein Ende, wenn er sich zwischen seiner etatmäßigen Nummer eins Lukas Rosol (73), Marcel Granollers (43), Jozef Kovalik (128), Peter Torebko (413), Mats Moraing (428), Mischa (152) und Sascha Zverev (28) entschieden hat. Wobei ein Blick aufs Konto die ein oder andere Wahl beeinflussen wird, denn im Geld schwimmt der Teamchef bekanntlich nicht.

In seiner Liste sind die beiden niederländischen Doppelspezialisten Matwe Middelkoop (Doppel-Weltrangliste 52) und Wesley Koolhof (56) schon gar nicht mehr dabei. "Die beiden wollten auch spielen, aber ihnen habe ich definitiv abgesagt. Das ist mir besonders schwer gefallen, wo sich doch Matwe in der vergangenen Saison um unseren Klassenerhalt besonders verdient gemacht hat", erläutert Irmler seine Entscheidung.

Trotz des scheinbaren Überangebots hat Irmler Bammel bei der Aufstellung. "Die Erfahrung zeigt ja, dass in letzter Sekunde Dinge passieren, die urplötzlich zu Änderungen führen", merkt Irmler an. Er ist jedenfalls auf jede Eventualität, auch auf schlechte Nachrichten, vorbereitet.

So weiß er vielleicht sogar besser über die Aufstellung der Gegner Bescheid als über die eigene. In der Domstadt rechnet er zum Beispiel mit einer Trotzreaktion der Rot-Weissen. Sie hatten überraschend ihr Auftaktspiel gegen den TK Blau-Weiss Aachen verloren, waren dabei aber auch mit einer B-Mannschaft angetreten. So erwartet der Chef des Rochusclub-Bundesligateams diesmal den ersten Kölner Anzug, also mit dem Franzosen Paire Benoit (Weltrangliste 23), dem Italiener Andreas Seppi (45), dem Kolumbianer Santiago Giraldo (129) sowie Dustin Brown (85).

Auch im Heimspiel gegen Aachen rechnet Irmler mit einer "Hammertruppe" als Gegner. Roberto Bautista-Agut (15), Florian Mayer (80), Aljaz Bedene (56) und Diego Schwartzmann (71) stehen auf der Liste des Düsseldorfer Coaches. "Es wird ein ganz heißes Wochenende. Wir versuchen, überraschende Punkte einzusammeln. Gegen den Deutschen Meister aus Halle haben wir das ja schon geschafft", betont Irmler.

Für ihn geht die Bundesligasaison sowieso erst nach dem dritten Spieltag so richtig los. Dann verabschieden sich die Top-Spieler aller Teams allmählich in Richtung USA und nehmen dort ihre Arbeit bei den Turnieren in Newport (Rhode Island) Washington und dem Rogers Cup in Kanada auf, um sich auf das vierte Grand Slam-Turnier der Saison, die US Open, die Ende August ausgetragen werden, vorzubereiten. "Ich bin da guten Mutes. Ich habe einige sehr gute junge Spieler dabei, die inzwischen richtig gut Tennis spielen können. Ich bin optimistisch, in dieser Bundesligasaison noch einige gute Ergebnisse erzielen zu können", betont Irmler. Der Beweis dafür wird heute angetreten.

Quelle: RP
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