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Lokalsport
Pfeiffer freut sich auf Marathon-Heimspiel

Düsseldorf. Am 18. März 1993 kam er im Marien-Hospital zur Welt. Bei seinem Marathondebüt will sich Hendrik Pfeiffer sogleich das Olympia-Ticket für Rio sichern und dabei die Atmosphäre auf der Kö genießen. Von Thomas Schulze

Allzu oft ist er nicht in seiner Geburtsstadt. Hendrik Pfeiffer wohnt inzwischen in Gelsenkirchen, studiert in Dortmund und startet für den TV Wattenscheid. Trotzdem fühlt er sich als Düsseldorfer, und dieses Gefühl wird morgen noch einmal verstärkt - lebenslänglich. Denn in der Landeshauptstadt absolviert er seinen ersten Marathon und hat sich ein ganz großes Ziel gesteckt: Er will die 2:13:57 Stunden des Regensburgers Julian Flügel unterbieten und ihm auf der Zielgeraden das Ticket zu den Olympischen Spielen in Rio wegschnappen.

Eigentlich ist Hendrik Pfeiffer ein 10.000-Meter-Mann, auch einen Halbmarathon hat er schon absolviert, aber eben noch keinen Marathon - jedenfalls nicht offiziell. Vor zehn Tagen ist er die Strecke zum ersten Mal gelaufen. "2:30 Stunden - das war kein Problem", erzählt er lächelnd.

Natürlich hat er in den vergangenen Wochen hart trainiert. "Das tat unglaublich weh", berichtet er. "Aber ich habe gelernt zu beißen und zu verlieren. Das hat mich vor allem mental unglaublich gestärkt."

Pfeiffer hat viel lernen müssen, zum Beispiel wie man während des Laufes trinkt. "Das war völlig neu für mich, das musste ich erst einmal üben", sagt er. "Und ich werde beim Lauf früh damit beginnen, schon nach fünf Kilometern." Eine spezielle Taktik hat er sich für den Lauf nicht zurecht gelegt: "Ich werden den Lauf gleichmäßig angehen, anders geht es doch gar nicht. Mir fehlt doch die Erfahrung im Marathon." Deshalb spricht er auch von einem großen Abenteuer, auf das er sich freut.

Dass er sein Debüt auf dieser 42,195 Kilometer langen Strecke ausgerechnet in Düsseldorf gibt, ist für ihn schon etwas Besonderes: "Das ist ein Heimspiel für mich. Meine Eltern sind dabei, natürlich auch einige Freunde."

Die Strecke hat er mit dem Auto abgefahren und zumindest zwei Punkte ausgemacht, auf die er sich besonders freut: "Das Marien-Hospital, wo ich geboren bin. Das werde ich beim Lauf sicher wahrnehmen und daran denken. Und auf die Kö freue ich mich. Da wird die Stimmung sicherlich phantastisch sein und nochmals die letzten Reserven vor dem Ziel aktivieren."

Der 14. Metro Group Marathon ist aber nicht nur für die 16.000 Athleten, darunter 1200 Düsseldorfer, eine große Herausforderung, sondern auch für das Oragnisationsteam. Das hatte sich gleich mit zwei außergewöhnlichen Aspekten zu befassen - den vielen Baustellen in Düsseldorf und dem Thema Sicherheit nach den Anschlägen von Paris und Brüssel. "Es gibt natürlich ein Sicherheitskonzept, das wir erarbeitet haben", sagt Renndirektor Jan Winschermann. "Aber mehr sage ich dazu auch nicht. Erstens wollen wir nichts verraten, zweitens bin ich nicht dazu befugt."

Das Thema Baustellen hingegen hat Auswirkungen, die jeder sehen kann, denn die Strecke wurde geändert. "Sie ist aber nicht schlechter, leichter oder schwieriger geworden", sagt Winschermann. "Wir haben gute Lösungen gefunden."

Glücklich ist Winschermann darüber, dass die guten Kontakte nach Griechenland weiterhin bestehen. So spendierten die Südeuropäer Kränze für die Sieger mit Blättern von den Bäumen aus Marathon. "Das ist eine City und kein Rennen", sagte Generalkonsul Grigorios Delavekouras augenzwinkernd. Diese Ehre wird nur wenigen Austragungsorten zuteil - neben Düsseldorf sind es Boston und Paris.

Quelle: RP
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