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Lokalsport
RC Düsseldorpia träumt von der Bundesliga

Düsseldorf. Radsportclub erinnert zum 125-jährigen Bestehen an Hochräder und galante Regeln für die Damen. Von Tino Hermanns

Der Rad-Club Düsseldorpia blickt in die Zukunft. "Wir überlegen, ob wir demnächst wieder eine Frauen-Bundesligamannschaft aufbauen. Wenn sich ein Sponsor findet, stehen die Chancen gut", sagt Geschäftsführer Horst Drechsler. Keine schlechte Idee, ist Düsseldorpia doch einer der traditionsreichen Radsportclubs im Rheinland und seit kurzem 125 Jahre alt.

Gegründet wurde der Club im Jahr 1890 an der Kasernenstraße unter dem Namen "Vorwärts". Die Satzung musste zunächst der "wohllöblichen Polizeibehörde" zur "gefälligen" Genehmigung vorgelegt werden, denn damals war das Radfahren vielerorts nur mit behördlicher Genehmigung und nur auf ausgesuchten städtischen Straßen erlaubt. "Es gab ja noch die Hochräder, und die waren nicht ganz so einfach zu beherrschen", sagt Drechsler. Es ist wahrscheinlich, dass die Gründer diverse Wanderfahrten vielleicht zu einem damals beliebten Düsseldorfer Ausflugslokale in Rath oder Hamm machten.

Ende 1898 wurde "Vorwärts" in Rad-Club Düsseldorpia umbenannt. Ordentliches Mitglied konnte jeder "unbescholtene Herr werden, welcher das 18. Jahr überschritten hat und das Radfahren praktisch ausübt". Recht revolutionär war dagegen diese Bestimmung: Als außerordentliches Mitglied konnten gegen eine Beitragszahlung von sechs Mark jährlich erstmals fahrradbegeisterte Damen aufgenommen werden. Galanterweise durften die Damen unentgeltlich an den Veranstaltungen teilnehmen. Bis heute gehören die durchaus geselligen Rad-Touristik-Fahrten (RTF) zu den Schwerpunkten der Düsseldorpia.

Es dauerte nicht lange, bis auch Berufsfahrer Fuß gefasst hatten. Für den RC Düsseldorpia fuhren vor dem ersten Weltkrieg unter anderem Jacob Meck, Albert Eickholl und Matthias Schlangen Erfolge ein. Nach dem Krieg waren auch Bahnrennen überaus beliebt. In Düsseldorf gab es zwei Bahnen: eine in Oberkassel, auf der bereits vor dem Krieg Rennen veranstaltet wurden, und eine am Ostpark. Düsseldorpia-Fahrer Heinrich Schmitz wurde 1925 Deutscher Meister im 25 km-Bahnfahren. An diese und ähnliche Erfolge würde der RC Düsseldorpia in Zukunft gerne wieder anknüpfen.

Quelle: RP
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