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Lokalsport
Rebecca Pietsch schaut sich Tricks beim Weltmeister ab

Düsseldorf. Die Angermunderin hat ihr Studium in den USA aufgenommen. In Ohio trainiert sie neben Stabhochsprung-Champion Shawn Barber. Von Christoph Zabkar

Fleißig und fröhlich präsentierte sich Rebecca Pietsch kürzlich beim Heimatbesuch in der Leichtathletik-Halle neben der Arena. Die Stabhochspringerin des TV Angermund verbrachte die Weihnachts- und Silvestertage in der Heimat, ehe sie jetzt schon wieder in Ohio weilt. Seit August studiert die 20-Jährige Betriebswirtschaftslehre in den Vereinigten Staaten und wurde nicht nur von der University of Akron begehrt. Mehr als 25 Colleges warben um die Düsseldorferin und stellten Pietsch vor die Qual der Wahl. "Es gibt eine deutsche Agentur, die von Athleten Profile und Videos erstellt und anschließend nach Amerika vermittelt. Die Trainer an den Universitäten schauen sich die Athleten dann an und schicken Angebote", sagt Pietsch, die auf diesem Wege ihr Vollstipendium erhalten hatte. Am Ende bekam Ohio die Zusage. Die Universitätsstruktur sowie das hohe Niveau der Leichtathleten habe sie dort überzeugt.

In Amerika bestätigten sich ihre Eindrücke: "Der Campus hier ist beeindruckend und die Sportanlagen hochmodern. Man hat schnell gemerkt, dass die Universität dafür viel Geld investiert." Vor allem seien aber Studium und Sport ideal aufeinander abgestimmt. Während man an den deutschen Universitäten zumeist keine Unterstützung erhalten würde, genießen die Athleten in den USA gewisse Privilegien. "In Amerika steht der Sport an erster Stelle, deswegen dürfen wir Athleten als erstes unsere Kurse wählen. Auch die Dozenten nehmen viel Rücksicht auf uns." Ohnehin fiel es Pietsch nicht sonderlich schwer, sich zu akklimatisieren, schließlich handelt es sich nicht um ihren ersten Amerika-Aufenthalt. "Ein Kumpel hat mich und zwei andere internationale Studenten sogar zum Thanksgiving-Dinner nach Chicago eingeladen. Wir saßen mit etwa 30 Leuten an einem Tisch und haben Truthahn gegessen. Das war eine Atmosphäre wie an Weihnachten", erzählt Pietsch.

Doch auch die sportlichen Highlights kamen nicht zu kurz. So wandelt Pietsch in Akron auf den Spuren Shawn Barbers. Der Überraschungs-Weltmeister von 2015 (5,90 Meter), der jüngst in der Halle die sechs Meter übersprang, ging vor seinem Aufstieg zum Profi-Athleten ebenfalls für Akron an den Start und trainiert dort weiterhin unter Erfolgscoach Dennis Mitchell, der auch Pietschs neuer Übungsleiter ist. "Shawn ist ein sehr sympathischer und meganetter Typ", sagt Pietsch über den Kanadier. Allgemein würde an der Universität ein toller Zusammenhalt vorherrschen und ihr das Training Spaß bereiten. "Zwei Teamkameradinnen springen ungefähr dieselbe Höhe, wir pushen uns immer gegenseitig."

Im Januar beginnen für Pietsch die ersten echten Wettkämpfe in den USA. "Mein Ziel ist es, Bestleistung zu springen und an den NCAA-College-Meisterschaften teilzunehmen", sagt die Düsseldorferin. Mit 4,15 Metern ist sie zurzeit Sechste der deutschen U23-Bestenliste. Sie selbst habe jedenfalls ein gutes Gefühl, sagt sie und Amerika ist als Land der Möglichkeiten bekannt.

Quelle: RP
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