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Lokalsport
Rochusclub vermisst seine Seele

Düsseldorf. Der Tscheche Lukas Rosol, einer der wichtigsten Spieler im Konzept des Tennis-Bundesligisten, ist bei den Olympischen Spielen in Rio. Deshalb muss Teamchef Detlev Irmler morgen beim TC Bruckmühl ohne ihn planen. Von Tino Hermanns

Detlev Irmler fühlt sich herz- und seelenlos. Nicht, das es dem Chef des Allpresan Rochusclub-Bundesligateams an Motivation und Gesundheit für den vorletzten Spieltag der Tennis-Bundesliga mangelte - er muss jedoch auf seinen vielleicht wichtigsten Spieler Lukas Rosol (Weltrangliste/WR 81) verzichten. "Rosol ist das Herz und die Seele der Mannschaft", hatte Irmler nach dem 5:1-Erfolg über den damaligen Tabellenführer Gladbacher HTC gesagt.

Morgen ab 13 Uhr steht Rosol nicht auf der Anlage des Bundesligagegners TC Bruckmühl-Feldkirchen, sondern auf den Courts der Olympischen Spiele in Rio de Janeiro. Zusammen mit seinem Landsmann Radek Stepanek trifft der Tscheche im Doppelwettbewerb in Brasilien auf die Spanier Davis Ferrer/Roberto Bautista-Agut. "Wir fahren aber auch ohne Lukas nach Bruckmühl, um dort zu gewinnen", erklärt Irmler selbstbewusst.

Er setzt darauf, dass sein Team, das diesmal aus Facundo Bagnis (WR 91), Filip Horansky (343), Peter Torebko (383), Mats Moraing (438), Matwe Middelkoop (Doppel-WR 46) und Wesley Koolhof (Doppel 47) bestehen soll, den Lauf der Saison fortsetzen kann. Aktuell ist der Rochusclub mit 10:4 Punkten Tabellenvierter und hat nur einen Zähler weniger erspielt als Spitzenreiter TK KL Aachen. "Wir haben uns bisher sehr gut verkauft und die beste Bundesligasaison seit langem gespielt. Wir hoffen, dass es so weiter geht", sagt Irmler.

Gerüchte in der Bundesligaszene sagen allerdings, dass Bruckmühl mit seiner Top-Besetzung gegen die Düsseldorfer antreten wird, weil es unbedingt gewinnen will, um dem Abstieg noch zu entgehen. Das Team aus dem Landkreis Rosenheim ist derzeit mit 3:11 Punkten Tabellenvorletzter und steht somit auf dem ersten Abstiegsplatz. TCBF-Teamchef Bernhard Gleissner muss allerdings auf seine nominelle Nummer zwei, Gilles Muller (WR 54), vier, Rogerio Dutra Silva (94) und fünf, Damir Dzumhur (76) verzichten. Der Luxemburger Muller, der Brasilianer Dutra Silva und der Bosnier Dzumhur sind von den Nationalen Olympischen Komitees ihrer Heimatländer für das größte Sportfest der Welt nominiert. Doch wenn Gleissner Pablo Carreno Busta (WR 56), Paul-Henri Matthieu (54), Roberto Carballes-Baena (102) und Mohamed Safwat (221) auf die Bruckmühler Anlage zitieren kann, ist die Favoritenrolle erst mal geklärt.

Dabei ist Rochusclub-Akteur Bagnis schuld daran, dass Safwat überhaupt im bajuwarischen Bundesliga-Team spielen kann. Bagnis bezwang den Ägypter beim Challenger-Turnier in Cortina (Italien) in Runde zwei mit 6:7 (5:7), 6:4, 7:6 (7:0). Im Cortina-Viertelfinale könnte Bagnis den Gegner noch stärker machen und seinen Klub möglicherweise schwächen, denn Bagnis muss in Cortina gegen Carbellas Baena ran. Diese Partie wurde wegen Gewitters mehrfach verschoben. Ob Bagnis morgen tatsächlich für den Rochusclub antreten kann, ist fraglich. "Wir müssen abwarten, mit welchem Team Bruckmühl tatsächlich antritt. Aber egal, wer auf der anderen Seite spielt", versichert Irmler: "Wir sind siegfähig."

Quelle: RP
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