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Lokalsport
Schalker Jung-Papa Oczipka hellwach

Düsseldorf. In Abwesenheit von Leon Goretzka steht beim 3:1-Pokalsieg Jung-Papa Bastian Oczipka im Rampenlicht. Von Ulrike Weinrich

Nach dem "Malochersieg" belohnte sich Bastian Oczipka in den zugigen Stadion-Katakomben erst einmal mit einer Portion Nudeln. Doch selbst beim ungemütlichen Pappteller-Essen im Stehen war dem Linksverteidiger von Schalke 04 die tiefe Zufriedenheit von den Augen abzulesen. Wohlwissend, dass ihm als frischgebackenem Vater seines knapp zweiwöchigen Sohnes Paul unruhige Nächte bevorstehen. "Vielleicht ist es ja besser, wenn man nicht durchschläft, sondern geweckt wird und so dann besser in den Tag kommt", sagte Oczipka augenzwinkernd.

Beim glanzlosen 3:1 (2:0) der Königsblauen im Pokal-Auswärtsspiel gegen den Drittligisten SV Wehen Wiesbaden jedenfalls präsentierte sich der 28-Jährige mit Offensivqualitäten hellwach. Zwei Torvorlagen und etliche gute Aktionen - der vor der Saison von Eintracht Frankfurt gekommene Oczipka war in Abwesenheit des angeschlagenen Leon Goretzka (muskuläre Probleme) der überragende Spieler beim Achtelfinaleinzug der Gäste.

Und auch in anderer Hinsicht dient Oczipka seinen neuen Teamkollegen als Vorbild - und Einflüsterer. Mit seinem Ex-Klub aus der Bankenmetropole stand der gebürtige Bergisch Gladbacher in der vergangenen Saison im DFB-Pokalfinale (1:2 gegen Borussia Dortmund). Was viel Gesprächsstoff bietet. "Es war ein geiles Erlebnis. Die Tage in Berlin haben riesig Spaß gemacht. Ziel ist es, da mit Schalke hinzukommen", sagte Oczipka, der die Cuptradition seines neuen Arbeitgebers aus dem Effeff kennt. Auf Pokal-Titel Nummer sechs warten sie auf Schalke seit 2011. Auch mit Blick auf die Ambitionen in diesem K.o.-Wettbewerb hat Trainer Domenico Tedesco nach dem Ausflug in Hessens Landeshauptstadt eine Sorge weniger. Mit dem Kopfballtreffer zum 1:0 beendete Stürmer Franco Di Santo (36.) seine 599-tägige Durststrecke ohne persönliches Erfolgserlebnis.

"Jeder hat ihm das gegönnt", sagte der zweite Torschütze Guido Burgstaller (40.) und lobte seinen argentinischen Sturmpartner: "Franco bleibt immer dran und hat sich den Treffer erarbeitet. Er braucht jetzt einfach auch mal ein bisschen Glück."

Auch Tedesco war erleichtert über den Befreiungsschlag von Di Santo: "Er hat bereits in den vergangenen Spielen viele Bälle festgemacht. Jetzt hat sich Franco auch dafür belohnt", sagte der 32-Jährige, der im anstehenden Punktspiel gegen den VfL Wolfsburg am Samstag wieder fest mit dem zuletzt so formstarken Goretzka rechnet.

Keeper Ralf Fährmann jedenfalls sieht den derzeitigen Tabellenfünften nach jetzt drei Erfolgen in Folge auf einem guten Weg. "Wir sind in einem Entwicklungsprozess - und da tun Erfolge immer gut. Dazu gehören auch Malochersiege wie der hier im Pokal", meinte der Schalke-Kapitän, der zusammen mit Defensivspezialist Thilo Kehrer für die Auswahl der Musik zuständig ist.

Doch selbst die überdimensionierten Beats aus der Kabine störten den glücklichen Oczipka beim Pastaessen in den Stadion-Katakomben am Dienstagabend nicht.

Das Eishockeyspiel zwischen Mannheim und der DEG war beim Druck dieser Ausgabe noch nicht beendet.

(sid)
 
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