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Lokalsport
Schmadtke versteht die kölsche Lebensart

Düsseldorf. Der 52-Jährige sieht die Aktionen der Fans ironisch und spricht über das Verhältnis mit Peter Stöger.

Er ist ein Düsseldorfer Jong, ein echter Rheinländer, aber diese Mentalität weiß er gut zu verbergen. Sportdirektor Jörg Schmadtke vom Fußball-Bundesligisten 1. FC Köln glaubt nicht, dass die Fans aufgrund des derzeitigen sportlichen Höhenflugs abheben werden. "Zuletzt habe ich im Stadion viele Meisterschalen gesehen. Ich glaube, 90 Prozent der Leute machen das aus einer Selbstironie heraus", sagte Schmadtke.

In Köln wisse man um die eigenen Möglichkeiten und Grenzen. "Wir machen 100 Millionen Euro Umsatz und es gibt es Mitbewerber, die 100 Millionen für ihre Mannschaft ausgeben. Das ist ein Ungleichgewicht", sagt der ehemalige Bundesliga-Torhüter.

Ziel des 1. FC Köln, der derzeit auf Platz fünf der Tabelle steht, sei "der Beste des Rests" zu sein. "Wir sind letztes Jahr Neunter geworden und wollen diesen Platz bestätigen." Fangesänge wie "deutscher Meister FC" interpretiert er als "lebenslustige, selbstironische Kölner Art".

Über das gute Verhältnis zu Trainer Peter Stöger, mit dem Schmadtke seit 2013 gemeinsam erfolgreich in Köln arbeitet, sagte der 52-jährige FC-Manager: "Wir haben beide ein Verständnis für den Job des anderen. Peter war einmal Sportdirektor, ich habe mal als Trainer angefangen. Vielleicht war es auch wichtig, dass jemand aus Österreich hier nach Köln kommt, um alles ein bisschen auf Normalmaß herunterzubringen."

Am Rande der Zweitrundenartie des DFB-Pokals zwischen Köln und 1899 Hoffenheim (2:1 n.V.) überreichte Jörg Schmadtke dem Hoffenheimer Coach Julian Nagelsmann feierlich eine Kaugummipackung. Hintergrund der Aktion: Beim bis dato letzten Vergleich in der Fußball-Bundesliga hatte Schmadtke einen Kaugummi in Richtung der gegnerischen Bank geworfen.

Nagelsmann nahm das Geschenk lächelnd an, und auch nach dem Spiel plauderten die beiden Protagonisten freundlich miteinander. Bereits zuvor hatte er mehrfach betont, dass das Thema geklärt sei.

Der 52-Jährige nannte die Aktion im Nachhinein "dämlich" und führte zusätzlich aus: "Die Sache ist abgehakt, da bleibt nichts über. Im Gegenteil: Ich habe mit Julian Nagelsmann seitdem ein fast freundschaftliches Verhältnis. Wir hatten immer mal wieder per WhatsApp Kontakt. Er hat sich damals sehr kollegial verhalten, die Sache nicht aufgebauscht."

Das Spiel der Tischtennis-Champions-League zwischen Chartres und der Borussia war bei Andruck dieser Ausgabe nicht beendet.

(sid)
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