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Lokalsport
Schweiß, Schmerz und wenig Schlaf

Düsseldorf. Der Düsseldorfer Fotograf Philipp Hympendahl geht beim berühmten Radmarathon Paris-Brest-Paris an den Start. Von Ina Armbruster

Paris-Brest-Paris. 1200 Kilometer. 6000 Starter. Mehr als 90 Stunden dürfen die Fahrer für die Strecke nicht benötigen. Philipp Hympendahl will es wesentlich schneller schaffen. Er ist ein erfahrener Radsportler, wurde zuletzt bei einem 24-Stunden-Rennen am Nürburgring 21. bei 400 Startern. Doch bei einer so langen Strecke wie in Frankreich wird er am 16. August das erste Mal an den Start gehen.

Seit Monaten bereitet er sich auf das Rennen vor - dabei hatte er ursprünglich gar nicht vor, sich anzumelden. "Für die Teilnahme müssen die Fahrer bereits 200, 300, 400 und 600 Kilometer lange Rennen in bestimmten Zeiten absolviert haben. Ich hatte diese Wettbewerbe als Training gefahren, nicht mit dem Ziel, mich für Frankreich zu qualifizieren", sagt er. Doch Hympendahl ist ehrgeizig und hat sich schließlich doch für die neue Herausforderung entschieden. Als einer von voraussichtlich drei Düsseldorfern macht er den Brevet (so der Fachbegriff für die lange Tour) mit.

Zum Radsport ist er eher zufällig gekommen - aus Mangel an Alternativen. Durch eine schwere Verletzung am Sprunggelenk im Alter von 19 Jahren konnte er seine früheren Sportarten Tennis und Sqash nicht mehr ausüben, auch Joggen war kaum noch möglich. So entdeckte er seine Leidenschaft für den Radsport. "Ich mag die Geschwindigkeit, den Flow, in den man kommt." Spaß mache es allerdings nur, wenn man es intensiv betreibe. "Rennen zu fahren, ist die Verwaltung von Schmerzen", fasst er lachend zusammen. Mal ist es der Hintern, mal ein scheuernder Schuh, mal die Muskeln - irgendetwas tue immer weh. Trotzdem zieht er sein Trainingsprogramm durch. 25, 30 Stunden pro Woche spult der hauptberufliche Fotograf mit dem Rad am Niederrhein oder im Ruhrtal ab.

Hympendahl weiß, dass ihm die lange Tour viel abverlangen wird. Anstrengung, Schmerzen, Schlafmangel. Eine gefährliche Mischung. Er kennt Geschichten von Fahrern, die vor Müdigkeit einfach mitten auf der Strecke vom Rad gefallen sind. "Außerdem wird die Strecke nicht gesperrt, so dass der normale Straßenverkehr auch Gefahren birgt", erklärt der Sportler. Ein gesundheitliches Risiko will der 47-Jährige auf keinen Fall eingehen - allein schon, um heil wieder zu seinen zwei Töchtern zurückzukehren. Doping kommt für ihn nicht in Frage. "Ich will die natürlichen Grenzen meines Körpers kennenlernen, nicht die, die ich durch die Einnahme von Substanzen erreichen kann", sagt er. Mehr Doping als eine Cola gegen die Müdigkeit wird es für ihn nicht geben. Die Skandale bei den Profis hätten allerdings für einen interessanten Effekt gesorgt, hat er festgestellt. Immer mehr Leute würden inzwischen selbst radfahren. Ihn überrascht das nicht. "Das ist eine Mischung aus Abenteuer und Sport. An viele Erlebnisse, wie die Nachtfahrt in Holland oder Wildschweine auf der Straße, werde ich mich immer erinnern." In Frankreich werden einige Erinnerungen hinzukommen. Informationen zum Rennen gibt es auf der Internetseite www.audax-randonneure.de.

Quelle: RP
 
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