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Lokalsport
Sperre rettet Jockey Ferguson das Leben

Düsseldorf. Morgen zählt der Schotte beim Freundeskreis-Renntag auf dem Grafenberg zum Favoritenkreis. Von Daniel Delius

In den Jahren 2009 und 2011 wurde die Meilen-Trophy, eine der wichtigsten Prüfungen des deutschen Turfs im Sommer über 1600 Meter, schon einmal in Düsseldorf gelaufen, dann wanderte sie nach Hannover und Krefeld, jetzt ist sie wieder in Grafenberg angekommen. Immerhin 70.000 Euro werden als Preisgeld ausgeschüttet. Sieben Pferde sind an diesem Sonntag (ab 13.50 Uhr) dabei, wenn das Rennen als Aengeveldt Meilen-Trophy ausgetragen wird. Zahlreiche lokale Partner wurden für den Freundeskreis-Renntag gewonnen. Und für das Hauptereignis wird, verständlich angesichts des Preisgeldes, ein aus der Ferne anreisender Gast erwartet. Kaspersky, ein fünf Jahre alter Hengst aus Italien, verliert selten - zweimal nur bei den letzten acht Starts. Der Standard des italienischen Rennsports liegt unter dem des deutschen, doch unterschätzen sollte man den Seriensieger nicht, zumal sich mit Umberto Rispoli ein internationaler Spitzenmann in den Sattel schwingt. Angesichts der wirtschaftlichen Probleme, mit denen Italiens Galopprennsport zu kämpfen hat, verlegte Rispoli seinen Lebensmittelpunkt inzwischen nach Frankreich - dort gibt es mehr Geld zu verdienen. In Deutschland kennt er sich jedoch bestens aus.

Der Favorit des Rennens aus heimischer Sicht hat hingegen eine Anreise von gerade einmal zwanzig Minuten. Der sechs Jahre alte Wallach Pas de deux steht im Stall von Yasmin Almenräder, einer Aufsteigerin aus Mülheim/Ruhr. Das Pferd hat sich spät in die Grand Prix-Klasse vorgearbeitet, letztes Jahr in Baden-Baden und München gewonnen, aktuell in Chantilly bei Paris. "Er ist gut in Schwung", sagt seine Trainerin, "aber er läuft zum ersten Mal in Düsseldorf." Damit spielt sie auf die ungewöhnliche Kursführung an.

In den Sattel schwingt sich ein Mann aus der zweiten Reihe der hierzulande beschäftigten Jockeys. Ian Ferguson, 45, gebürtiger Schotte, hat eine wahre Achterbahnkarriere hinter sich. Vor zwölf Jahren plagten ihn erhebliche Gewichtsprobleme, er suchte sein Heil in Suchtmitteln, wurde lange gesperrt und verschwand in der Versenkung. Vor zwei, drei Jahren tauchte er wieder auf und bekannte freimütig: "Die Sperre hat mir das Leben gerettet, ich habe dann gerade noch die Kurve bekommen." Inzwischen erscheint der leicht ergraute Ferguson wieder regelmäßig nach größeren Rennen bei Siegerehrungen. Pas de deux hat er letztes Jahr in Baden-Baden zum Erfolg geritten.

Ein Comeback gibt es am Sonntag auch für Andrasch Starke, 42, der sich am 16. Mai in Köln bei einem Sturz das Schlüsselbein brach. Die Genesung dauerte für den achtfachen Deutschen Meister etwas länger als gewöhnlich ("Es war halt nicht mein erster solcher Bruch"). Auf dem von seinem Arbeitgeber Peter Schiergen trainierten Drummer ist er morgen aber Außenseiter.

Quelle: RP
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