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Lokalsport
Starker Boll führt Borussia zum Sieg

Düsseldorf. Der Tischtennis-Rekordmeister hat sich durch einen 3:1-Erfolg beim ASV Grünwettersbach in den Play-off-Rängen festgesetzt. Wieder einmal war der Spitzenspieler der Düsseldorfer dabei der entscheidende Trumpf. Von Tino Hermanns

Borussias Chefcoach Danny Heister ist ein Taktikfuchs. Der oberste Übungsleister des deutschen Rekordmeisters hatte bereits am vergangenen Mittwoch seinem Spitzenspieler Timo Boll (Weltrangliste/WR 11) mitgeteilt, dass er in der Partie der Tischtennis-Bundesliga beim ASV Grünwettersbach eingesetzt wird, hängte das aber nicht an die große Glocke. In der Saisonplanung nämlich war der Einsatz des überbeanspruchten Boll beim Tabellensechsten nicht vorgesehen.

"Ich wollte unbedingt ein paar Punkte zwischen uns und Tabellenplatz fünf, dem ersten Nicht-Play-off-Platz, legen. Dieser Plan hat funktioniert", erklärte Heister nach dem 3:1-Erfolg seines Teams über Grünwettersbach in Karlsruhe. Zwar liegt der Rekordmeister immer noch auf Platz drei, ist aber jetzt punktgleich mit dem Tabellenzweiten und hat zudem sechs Zähler Vorsprung auf Rang fünf. "In der Liga gibt uns das nun Ruhe für die kommenden Spiele, und wir können uns auf die Champions League konzentrieren", kommentierte Manager Andreas Preuß.

Das ist im Grunde gar nicht zwingend nötig, denn in der Champions League läuft es ohnehin wie geschmiert für die Düsseldorfer. Bester Beweis war der mühelose 3:0Sieg über den polnischen Vertreter KST Energa Manekin Torun am Freitagabend. "Wir haben natürlich davon profitiert, dass beim Gegner die beiden Spitzenspieler ausgefallen sind. Trotzdem haben wir aber konzentriert unser Spiel gemacht", erläuterte Boll. Und das, obwohl Borussias Nummer zwei Stefan Fegerl (WR 20) gesundheitlich angeschlagen in die Partie ging. "Stefan hatte dadurch ein bisschen zu kämpfen, nicht nur mit seinem Gegner, auch mit sich selbst. Gut ist, dass er gewonnen hat, weiter Selbstvertrauen bekommt und wir als Team ein wenig Kraft sparen konnten", urteilte Boll.

Fegerls Unwohlsein entpuppte sich nicht nur als vorübergehende Unpässlichkeit, sondern als üble Magen-Darm-Geschichte. Das verhinderte seinen Einsatz in Grünwettersbach. "Nach der Champions League hatte er eine schlechte Nacht, und am Samstag wurde es auch nicht besser. Aber er wollte unbedingt mit nach Karlsruhe. Als er Samstagabend Fieber bekam, war klar, dass er sonntags nicht spielen kann. Wir haben ihn dann im Hotelzimmer gelassen", berichtete Heister. Damit stellte sich das Borussia-Team von selbst auf.

Die Begegnung begann mit einer Niederlage für die Düsseldorfer. Kamal Achanta (WR 76) unterlag dem Japaner Masataka Morizono (48) relativ deutlich - das war unnötig. "Da war für Kamal definitiv mehr drin. Er hat in einigen Phasen etwas undiszipliniert gespielt, mit zu wenig Rotation gearbeitet und sich auf das schnelle Spiel des Japaners eingelassen", ärgerte sich Preuß.

Doch Boll und Anton Källberg (WR 63) rückten die Kräfteverhältnisse wieder zurecht. Boll war gegen Morizono und Alvaro Robles (112) jeweils mit 3:0 siegreich, und Källberg steuerte durch das 3:1 über Dang Qiu (216) den dritten Erfolg zum Gesamtsieg bei. "Timo ist im Moment sehr gut drauf", meinte Heister. "Seine Bälle haben eine gute Qualität. Ihm haben wir den Sieg zu verdanken", lobte der Trainer. Das war freilich keine Premiere, sondern Borussia-Alltag.

Quelle: RP
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