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Lokalsport
Tlatlik boxt in Russland um den Europameister-Titel

Düsseldorf. Nein, nervös sei er nicht. Ja, er trete an, um den Titel zu gewinnen. Mit Zuversicht begegnet der Düsseldorfer Boxprofi Sebastian Tlatlik seiner bislang größten sportlichen Herausforderung. Der Countdown läuft: Heute tritt der 33-Jährige gegen Evgeny Chuprakov in Ekaterinburg (Russland) an, um die Europameisterschaft im Superfedergewicht bis 59 kg zu holen.

Endlich hat die siebenwöchige Vorbereitung ein Ende. "Die Intensität des Trainings war neu für mich", sagt Tlatlik. Zehn Trainingseinheiten pro Woche neben dem Job brachten ihn an die Belastungsgrenze. Doch damit ist jetzt Schluss. Nach Cardio-, Kraft-Ausdauer-Einheiten und zahlreichen Sparringsrunden zählt nur noch der Blick auf seinen Gegner, den Favoriten Chuprakov. Seiner Außenseiterrolle ist sich der Kämpfer bewusst, erkennt die Vorteile seines acht Jahre jüngeren Gegners an, der im Gegensatz zu ihm bereits über zwölf Runden kämpfen musste. "Diese Distanz ist mir völlig unbekannt. Bisher konnte ich meine Gegner bereits in der ersten Hälfte der angesetzten Runden besiegen", sagt er.

Dies wird wohl heute kaum der Fall sein. Der 25-jährige Chuprakov ist mit seiner makellosen Bilanz von 15 Siegen und der bemerkenswerten Amateurkarriere von 120 Siegen bei 30 Niederlagen ein starker Gegner. Nicht zu vergessen ist dabei der Heimvorteil. Tlatlik wird gegen einen talentierten Gegner und 5000 Boxfans antreten müssen, die das "Uralotschka" in einen Hexenkessel verwandeln werden. "Ich werde versuchen, mich davon nicht beeindrucken zu lassen", sagt der Familienvater gelassen. Denn: Gewollt war er als Gegner nicht. Da es sich um eine Pflichtverteidigung handelt, musste Chuprakovs Management Sebastian Tlatlik den Kampf anbieten und konnte ihn nicht umgehen.

Dass er von seinem sechs Jahre jüngeren Bruder Robert in der Ringecke gecoacht wird und nicht von seinem Stammtrainer Stefan Freudenreich, sei kein Nachteil. "Robert ist mein boxerisches Vorbild. Er kennt mich genau und wird mir wichtige Hilfen geben." Unterstützung erhalten die Brüder von Freudenreich: "Ich weiß, dass es für Sebastian schwer wird. Ich weiß aber auch, dass er es schaffen kann."

Quelle: RP
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