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Lokalsport
Turu feuert Trainer Zilles

Düsseldorf. Zum Saisonende wäre der Vertrag des Chefcoachs beim Fußball-Oberligisten ohnehin ausgelaufen und nicht verlängert worden. Jetzt trennen sich die Oberbilker aber sofort von dem 53-Jährigen. Von Tobias Dinkelborg

Die Bombe platzte gestern in den Morgenstunden. Und zwar mit einem lauten Knall. Fußball-Oberligist Turu hatte per Pressemitteilung bekanntgegeben, Frank Zilles mit sofortiger Wirkung von seinen Aufgaben als Chefcoach zu entbinden - zwei Spiele also, bevor sein Vertrag ohnehin ausgelaufen wäre.

Gefallen war die Entscheidung schon am Mittwochabend, noch bevor die Nachholpartie gegen den KFC Uerdingen überhaupt angepfiffen wurde. Das Geschehen auf dem Rasen spielte im Nachgang allerdings überhaupt keine Rolle mehr. Denn unmittelbar im Anschluss an die 1:2-Pleite gegen die Krefelder teilte Bernd Meinhardt - seit einigen Wochen neuer sportlicher Leiter der Turu - dem Team in der Kabine mit, dass Zilles nicht länger die Geschicke der Oberbilker leiten werde.

"Vor einigen Wochen hatten wir beschlossen, die Zusammenarbeit mit Frank Zilles nach dieser Saison zu beenden und uns für die Zukunft neu aufzustellen. Seit der Bekanntmachung dieser Entscheidung war aus unserer Sicht eine konstruktive oder wenigstens professionell-neutrale Zusammenarbeit nicht mehr möglich. Frank Zilles hat mehrfach die deutlich geäußerten Wünsche des Vorstandes ignoriert oder sogar dagegen gehandelt", ließ der Klub verlauten.

Die Vereinsführung hatte den Trainer im Vorfeld der Begegnung mittels eines Vorstandsbeschlusses angewiesen, "zwei Spieler für den Rest der Saison nicht mehr zu berücksichtigen, die uns - trotz vorheriger Zusage - nun doch zum Saisonende verlassen wollen". Gemeint waren Noah Salau und Julian Kray, "die am Übungsbetrieb weiter teilnehmen dürfen, aber nicht spielen sollten", wie Meinhardt weiter erklärt.

Zilles sah das nicht ein und beorderte beide in die Startelf. "Diese Jungs haben mit dafür gesorgt, dass die Turu auch in der nächsten Saison noch in der Oberliga spielt", betont der 53-Jährige stattdessen. Eine Aussage wiederum, die den sportlichen Leiter gehörig auf die Palme bringt. "Nicht die beiden Spieler haben für den Klassenerhalt gesorgt, sondern die ganze Mannschaft", sagt Meinhardt. "Das ist genau das Problem. Frank Zilles hat immer nur einzelne Akteure und sich selbst gesehen, nie das Team."

Der gebürtige Solinger wähnt sich jedoch nicht in der Verantwortung. "An mir hat es nicht gelegen. Ich habe die Entlassung zur Kenntnis genommen, kann die Situation aber nicht nachvollziehen", bekräftigt er. "Ich habe meinem Trainerteam und mir nichts vorzuwerfen." Dieser Aussage tritt Meinhardt allerdings entgegen. "Er hat sich vergaloppiert und maßlos überschätzt", befindet der sportliche Leiter. "Wir hätten auch die verbleibenden zwei Spiele gerne geräuschlos über die Bühne gebracht, aber das war nicht mehr möglich."

Es knistert also arg in den Reihen der Turu, die sich nach Saisonende neu ausrichten möchte. Ohne Trainer Frank Zilles, der den Oberligisten nach eigenem Bekunden "mit gemischten Gefühlen" verlässt.

Quelle: RP
 
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