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Lokalsport
Williams bei der Ausreise festgenommen

Düsseldorf. Der britische Superschwergewichtsboxer sollte heute Abend im Stahlwerk kämpfen. Aus sportlicher Sicht ist die Absage des 42-Jährigen aber nur ein geringer Verlust. Im Mittelpunkt steht das Comeback des Düsseldorfers Aria Najafi. Von Thomas Schulze

Um kurz nach neun klingelt gestern morgen das Telefon von Stefan Freudenreich. Am anderen Ende der Leitung ist der Manager von Danny Williams. "Er hat mir mitgeteilt, dass Danny die Ausreise verweigert wurde", berichtet Freudenreich, der heute den zweiten Kampfabend für Box-Profis und -Amateure im Stahlwerk veranstaltet. Williams soll demnach auf dem Flughafen in London vom Zoll festgesetzt und anschließend von der Polizei verhaftet worden sein. Der 42 Jahre alte Brite war dadurch bekannt geworden, dass er am 30. Juli 2004 einen überraschenden K.o.-Sieg in der vierten Runde gegen Mike Tyson feierte. Daraufhin erhielt er am 11. Dezember des Jahres die Chance, gegen Vitali Klitschko um die Weltmeisterschaft zu kämpfen, verlor jedoch durch technischen K.o. in der achten Runde.

Die großen Kämpfe und klangvollen Namen von damals werfen heute noch ein paar Euro ab. Die wollte Williams heute im Stahlwerk kassieren, wo er gegen Gürkan Basak kämpfen sollte. Der 23 Jahre alte Mann aus Birkesdorf im Kreis Düren stand gestern beim Wiegen aber noch ohne Kontrahenten da und brachte stattliche 129,3 Kilo auf die Waage. Freudenreich war da schon längst auf der Suche nach einem Ersatzkämpfer.

Durch Williams' Absage hat die Veranstaltung an sportlichem Wert jedoch nicht eingebüßt. "Wir haben gute Kämpfer verpflichtet", sagt der dafür zuständige Sebastian Tlatlik. "Es wird hochkarätige Paarungen geben und die richtige Mischung aus lokalen und internationalen Kämpfern. Die Zuschauer dürfen sich auf guten Boxsport freuen."

Ein Vergleich mit internationaler Beteiligung schürt die Erwartungen, denn in Marek Jedrzejewski und Ramiz Dzafic stehen sich im Leichtgewicht zwei ehemalige Amateur-Meister gegenüber. Der 26 Jahre alte Pole hat 180 Amateurkämpfe absolviert und weist im Profibereich die makellose Bilanz von sechs Siegen in sechs Kämpfen auf.

Aus Düsseldorfer Sicht steht das Comeback von Aria Najafi im Mittelpunkt des Interesses. Der 24 Jahre alte deutsche Box-Juniorenmeister im Halbmittelgewicht sollte im Oktober vergangenen Jahres den Vorkampf bei Klitschkos Weltmeisterschaftskampf in der Esprit-Arena bestreiten, erlitt aber einen Handbruch und wurde nicht rechtzeitig fit. "Der Bruch ist jetzt bestens verheilt", sagt er. "Ich bin fit und freue mich riesig, endlich wieder in den Ring steigen zu können." Der Kampf ist jedoch keine Titelverteidigung, sondern ein so genannter Aufbaukampf. Geht es nach Najafi, so wird er auch demnächst nicht den Titel verteidigen, sondern sofort versuchen, Europameister zu werden. Dazu muss er in der Rangliste noch etwas klettern.

Dass auch der zweite Boxabend ein Erfolg wird, scheint sicher. "Das Stahlwerk ist für solch einen Abend die ideale Location", sagt Stefan Freudenreich. Der Gastgeber sieht es natürlich ähnlich. "Sport gehört zum Stahlwerk", sagt Geschäftsführer Stefan Prill. "Wir wollen die Heimat des Boxens werden und planen weitere Veranstaltungen." Auch die Eishockeymannschaft der DEG sitzt heute am Ring. Sie bereitet sich im Sommer stets in Freudenreichs Boxcamp auf die Saison vor.

Für den Kampfabend im Stahlwerk (20 Uhr, Einlass 19 Uhr) gibt es nur noch knapp 100 Karten an der Abendkasse zum Preis von 20 Euro.

Quelle: RP
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