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Düsseldorf
Sportplätze unter der Heuss-Brücke

Düsseldorf: Sportplätze unter der Heuss-Brücke
FOTO: Weber
Düsseldorf. Der Wunsch, eine Fläche für viele Sportarten zu schaffen, soll in Düsseldorf-Golzheim verwirklicht werden. Unter der Theodor-Heuss-Brücke sollen 2017 ein Basket- und ein Fußballplatz entstehen, später könnte ein Fitnessparcours folgen. Von Christian Herrendorf

Flächen sind in Düsseldorf notorisch knapp, zu den Leidtragenden zählen die Sportler. Die Vereine klagen über Kapazitätsprobleme und müssen zum Teil Aufnahmestopps verhängen, die Freizeitsportler finden keine Plätze, um Ballsportarten oder Fitness zu betreiben. Für Abhilfe sollen multifunktionale Sportflächen sorgen, auf denen alle Bürger verschiedene Disziplinen betreiben können. Sportamtsleiter Pascal Heithorn hat gestern Pläne für ein erstes Projekt dieser Art im Sportausschuss vorgestellt. Die Vertreter der Ampel-Kooperation wehrten sich heftig dagegen und kritisierten, dass das Konzept nicht ihrem Wunsch nach einem Platz für viele Sportarten jenseits des Fußballs entspreche. Sie scheiterten in der Abstimmung aber, weil Ratsherr Wolfgang Scheffler die Sitzung schon verlassen hatte. Die wichtigsten Fragen und Antworten:

Was ist geplant? Unter der Theodor-Heuss-Brücke soll das Pilotprojekt entstehen. Der Standort eignet sich wegen seiner Nähe zum Rheinpark, in dem unter anderem Fußball, Frisbee und Rugby gespielt werden, und ein Teil der beleuchteten Joggingstrecke verläuft. Da der Park unter Denkmalschutz steht, kann die Fläche nicht dort entstehen, unter der Brücke ist sie zudem mindestens weitgehend regengeschützt.

Wie sollen die Sportflächen im Detail aussehen? Die Anlage könnte am Ende viergeteilt sein, drei hochmoderne Namen tragen und in zwei Schritten entstehen. Am nächsten zur Straße liegt der Streetball-Platz, der letztlich nichts anderes ist, als ein halber und überdachter Basketballplatz mit dem Vorteil, dass der Brückenpfeiler verhindert, dass Fehlwürfe allzu weit fliegen. Darauf folgt in Richtung Rhein die Minisoccer-Anlage, also eine kleine Fußballanlage mit Banden rundherum und Fangnetzen hinter den Toren. Beide Plätze erhalten einen Hartbodenbelag, auf dem auch getanzt oder mit Inlinern gefahren werden kann.

Düsseldorf: Die Stadt der Brücken FOTO: Endermann, Andreas

Zum Rhein hin könnte die Anlage in späteren Jahren erweitert werden: um eine Calisthenics-Fläche und einen Bewegungspark. Letzteres bedeutet eine Sammlung von Geräten, auf denen die Nutzer balancieren und sich dehnen können. Hinter dem Begriff Calisthenics verbergen sich Übungen, für die die Sportler ihr eigenes Körpergewicht nutzen.

Wann können Sportler die Flächen nutzen? Die Entwürfe stehen bis Ende Juli, die Genehmigung wird etwa drei Monate dauern. Im September entscheidet die Bezirksvertretung 1, in der eine Mehrheit als wahrscheinlich gilt, dann kann die Umsetzung zumindest geplant werden. Tatsächlich starten können die Arbeiten aber erst, wenn das Wetter stabil genug ist, also voraussichtlich im Mai 2017. Der erste Bauabschnitt umfasst Basket- und Fußballplatz, der mögliche zweite die Fitness- und Bewegungsflächen.

Was kostet das Projekt? Der Basket- und der Fußballplatz schlagen mit 120.000 Euro zu Buche. Die Erweiterung würde 161.000 Euro erfordern.

Wie geht es mit der Grundidee weiter? Ziel ist es, in jedem Stadtbezirk mindestens eine multifunktionale Sportfläche zu schaffen. Die Flächen dafür sollen laut Sportdezernent Burkhard Hintzsche bis 2020 "identifiziert" sein.

Quelle: RP
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