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Düsseldorf
Stadt befragt Eltern zu Offenem Ganztag

Düsseldorf: Stadt befragt Eltern zu Offenem Ganztag
Lena (links) und Leonie besuchen im Offenen Ganztag der evangelischen Elsa-Brandström-Schule in Unterrath die Trickfilmgruppe. FOTO: Hans-Jürgen Bauer
Düsseldorf. Zum neuen Schuljahr werden 325 zusätzliche Plätze eingerichtet. Zudem ist das Betreuungsangebot außerhalb der Offenen Ganztagsschule ausgeweitet worden. Dort gibt es flexible Zeiten, kein Mittagessen und keine Bildungsangebote. Von Sonja Schmitz

Die Nachfrage nach Betreuungsplätzen in den Offenen Ganztagsschulen (OGS) ist groß, aber das Raumangebot dafür stößt an Grenzen. Weil die Schülerzahlen steigen und mehr Flüchtlingsfamilien nach Düsseldorf ziehen, hat die Stadt das Angebot an Plätzen im Offenen Ganztag dennoch für das kommende Schuljahr weiter ausgebaut.

Für die 325 neuen Plätze wurden 13 neue Gruppen in den Schulen eingerichtet. Entweder wurde durch die Verlagerung in andere Gebäude Platz geschaffen oder durch neue Raumkonzepte, heißt es beim Schulverwaltungsamt. Insgesamt stehen damit im neuen Schuljahr 13 800 OGS-Plätze zur Verfügung. "Grundsätzlich bleibt es bei der Bezugsgröße von 25 Kindern je Gruppe in der Grundschule und zwölf Kindern in der Förderschule", sagt Theodor Bremer, Vize-Chef des Schulverwaltungsamtes.

Anders als im vorigen Jahr, als Eltern noch im Juni auf den Bescheid für einen Platz gewartet hatten, wurden sie nun frühzeitig im Februar informiert, ob ihr Kind im Offenen Ganztag betreut werden kann. "Das hat sich deutlich verbessert", sagt Berit Zalbertus, Vorsitzende der Elternschaft Düsseldorfer Schulen (EDS).

Laut einer Abfrage des Schulverwaltungsamts Ende Mai hätten die meisten Eltern, deren Kind keinen Platz im Offenen Ganztag zugeteilt bekommt, andere Lösungen gefunden. Dazu zählten die so genannten "anderen Betreuungsformen" an der OGS. Rund 3000 weitere Plätze stünden dort zur Verfügung. Anders als bei der OGS sind diese Plätze nicht mit verpflichtenden Anwesenheitszeiten verbunden. Allerdings gibt es dort auch kein Mittagessen und keine Förder- und Bildungsangebote.

Zwar gibt es diese Art der Betreuungsangebote seit Einführung der OGS. Jedoch wurden sie erst in den vergangenen Jahren stärker ausgebaut, weil sie von Eltern und Schulen entsprechend nachgefragt wurden. Ob ein solches Angebot eingerichtet wird, entscheidet die Schulkonferenz. Laut Schulverwaltungsamt bieten im kommenden Schuljahr zwei Drittel der Schulen diese andere Betreuungsform an.

In der Vergangenheit hatte in der Elternschaft Unmut darüber geherrscht, dass die Betreuungszeiten in der OGS nicht flexibler sind. EDS-Vorsitzende Berit Zalbertus hofft, dass die steigenden Schülerzahlen nun wieder Bewegung in die Sache bringen. Viele Eltern hätten nicht jeden Tag Bedarf an Betreuung im Offenen Ganztag. "Man könnte sich beispielsweise Plätze teilen und auf diese Weise mehr Kinder dort unterbringen", sagt sie.

Eine Vorstellung, für die das Schulverwaltungsamt derzeit keine Perspektive sieht:. "Der verpflichtende Zeitrahmen der OGS basiert auf dem Ganztagserlass des Landes, der unverändert seit Dezember 2010 gilt. Derzeit ist nicht bekannt, dass die Anwesenheitspflichten vom Land gelockert werden sollen", erläutert Theodor Bremer. Wer allerdings ein flexibles Betreuungsangebot wünsche, für den seien die "anderen Betreuungsformen" eine Alternative.

Anfang des Jahres hatte das Schulverwaltungsamt eine Elternbefragung zur OGS gestartet. Auf sieben Seiten konnten Eltern dort detailliert darüber Auskunft geben, was geleistet wird und wie zufrieden sie mit dem Angebot sind. Zwölf Jahre nach Einführung der Offenen Ganztagsschule soll das Angebot überprüft werden. Die Ergebnisse werden im Herbst im Schulausschuss präsentiert.

Quelle: RP
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