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Düsseldorf
Stadt drückt beim Schulbau aufs Tempo

Düsseldorf: Stadt drückt beim Schulbau aufs Tempo
FOTO: Endermann, Andreas (end)
Düsseldorf. Bei mehreren millionenschweren Projekten sollen die Bauarbeiten 2016 beginnen, darunter auch zwei Berufskollegs. Von Denisa Richters

Es geht rascher voran bei den Schulbaumaßnahmen: Steigende Schülerzahlen - bis 2020 rechnet man im Rathaus mit 6500 Schülern mehr als heute -, aber auch der marode Zustand mancher Gebäude machen das nötig. Und: Die Politik ist sich dabei weitgehend einig. "Trotz Diskussionen waren die meisten Beschlüsse am Ende einstimmig", freut sich Schuldezernent Burkhard Hintzsche.

FOTO: Bretz, Andreas (abr)

Neue Strukturen ermöglichen zudem mehr Effizienz. Eine ämterübergreifende Arbeitsgruppe "Schulischer Hochbau" unter Leitung von Florian Dirszus wurde gegründet, außerdem die Schulbaufirma IPM. "Wir sind damit wesentlich schneller in der Umsetzung", sagt Hintzsche. Habe es bisher bis zu fünf Jahre gedauert, bis nach dem Bedarfsbeschluss die detaillierte Ausführung und Finanzierung in die politischen Gremien kam, habe dies zuletzt innerhalb weniger Monate geklappt.

Das führt dazu, dass 2016 mehrere wichtige Projekte gestartet oder zumindest auf den Weg gebracht werden können. Allein im Dezember 2015 gab der Stadtrat grünes Licht für Schulbaumaßnahmen mit einem Gesamtvolumen von rund 17 Millionen Euro: Die Erweiterung der Gemeinschaftsgrundschule Lörick an der Wickrather Straße soll in diesem Jahr starten, die Verlagerung der Aloys-Odenthal-Schule an die Diepenstraße in Gerresheim hat bereits stattgefunden.

FOTO: Hans-Juergen Bauer (hjba)

Die Erweiterung des Goethe-Gymnasiums an der Lindemannstraße, der Mensa-Neubau an der Siemens-Realschule in Düsseltal, eine neue Zweifachsporthalle der Franz-Vaahsen-Schule in Wittlaer und die Fassaden- und Fenstersanierung des Luisen-Gymnasiums in der Stadtmitte - allesamt im Dezember vom Rat beschlossen - sollen bald folgen.

Ebenfalls 2016 sollen die Erweiterung der Friedrich-von-Bodelschwingh-Schule an der Cimbernstraße in Oberkassel von zwei auf drei Züge (Abschluss Anfang 2018, Kosten 8,6 Millionen Euro) sowie der Dachgeschossausbau an der Kronprinzenschule in Unterbilk (Abschluss Ende 2016, Kosten 1,5 Millionen Euro) durch die IPM beginnen. Bei beiden Projekten wird der Stadtrat in seiner ersten Sitzung am 11. Februar entscheiden. Ebenfalls auf der Agenda steht eine weitere IPM-Maßnahme: Der Erweiterungsbau für das Heinrich-Hertz-Berufskolleg, der im Herbst 2018 fertig sein und inklusive Inventar 17,4 Millionen Euro kosten soll. Die jährlichen Kosten für die Stadt für die Erweiterung sind mit 1,8 Millionen Euro veranschlagt.

Ein erster Spatenstich soll mehr als zehn Jahre nach Beginn der Planung ebenfalls 2016 erfolgen: Der 70-Millionen-Euro-Neubau des Albrecht-Dürer-Berufskollegs ist beschlossen und soll nun auf einem früheren Industrie-Areal an der Paulsmühlenstraße in Benrath entstehen. Anfang 2018 soll das Gebäude auf einem Grundstück der Stadttochter IDR fertig sein. Noch offen ist, ob die Stadt das Gebäude dann kauft oder von der IDR für 30 Jahre mietet, was unterm Strich etwa 30 Millionen Euro mehr kosten würde.

Um noch mehr Platz für die steigende Schülerzahl zu schaffen, hat der Rat beschlossen, in den nächsten Jahren elf weitere Züge mit 55 Unterrichtsräumen im Grundschulbereich sowie 15 Züge mit 136 zusätzlichen Unterrichtsräumen in den weiterführenden Schulen zu errichten. Unter anderem soll an der Schmiedestraße in Oberbilk ein vierzügiges Gymnasium entstehen und die dort untergebrachte Hauptschule aufgelöst werden, an der Stettiner Straße in Garath wird ebenfalls eine Hauptschule aufgelöst und eine vierzügige Gesamtschule installiert. Um den Standort dieser neuen Gesamtschule hatte es eine längere Auseinandersetzung gegeben. Ursprünglich sollte die Benrather Hauptschule an der Melanchthonstraße dafür aufgelöst werden. Proteste von Schülern und Eltern hatten dies verhindert.

Ob all diese Projekte den Bedarf decken können, ist offen.

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Fassung des Textes hieß es, die Verlagerung der Aloys-Odenthal-Schule an die Diepenstraße in Gerresheim stünde noch bevor. Tatsächlich aber hat der Umzug bereits stattgefunden. 

Quelle: RP
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