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Empfehlung von Unternehmensberatung
Düsseldorf soll bei der Feuerwehr sparen

Stadt Düsseldorf könnte durch Schließung von Feuerwachen sparen
Die Feuerwache in Oberkassel. FOTO: Andreas Bretz
Düsseldorf. Die Stadt Düsseldorf könnte Geld sparen, indem sie die Feuerwehr umstrukturiert. Zu diesem Ergebnis ist eine Unternehmensberatung gekommen. Es geht um Einsparungen von mehreren Millionen Euro. Von Stefani Geilhausen

Die Berufsfeuerwehr ist eine "Organisation mit erheblichem Anpassungsbedarf" in Arbeits- und Führungsprozessen. Zu diesem Ergebnis kommt die Unternehmensberatung Moonroc, die seit Februar nach Sparpotenzial bei den Lebensrettern gesucht hat, und empfiehlt Veränderungen mit nachhaltiger Wirkung - auch solche, die zunächst einmal Geld kosten. Notwendig ist dafür die Überarbeitung des 17 Jahre alten Brandschutzbedarfsplans. Auch die Organisation des Rettungsdienstes in Eigenregie könnte preiswerter sein.

  • Wachen

Zehn Feuerwachen gibt es in der Stadt. Die Unternehmensberater glauben: Neun tun's auch. Den Standort an der Quirinstraße in Oberkassel etwa könnte man auf- (und damit der Stadt eine attraktive Baufläche zurück-)geben. Die Feuerwehr könnte stattdessen eine neue Liegenschaft in Heerdt übernehmen. Die sanierungsbedürftige Wache in Flingern würden die Strategen auflösen und mit der Umweltwache an der Posener Straße fusionieren. Die müsste dafür erneuert werden. Schönheitsreparaturen könnten die ausgebildeten Handwerker der Wehr selbst machen.

  • Einsatzkleidung

Jeder der 800 Feuerwehrleute besitzt drei Einsatz-Garnituren im Wert von rund 5000 Euro. Die Berater sagen: Eine reicht. Muss die in die Reinigung, steht saubere Ersatzkleidung in einem Pool bereit. Dadurch würde auch die Einhaltung der Hygienevorschriften gewährleistet.

  • Fahrzeuge/Werkstatt

Die zivile Fahrzeugflotte könnte um zehn Prozent reduziert werden, die übrigen auf Voll-Service-Basis geleast werden. Die Werkstatt hätte dann Kapazitäten frei, um die Hauptuntersuchung ihrer Fahrzeuge künftig selbst zu machen. Außerdem empfehlen die Unternehmensberater den schnelleren Verkauf ausgemusterter Fahrzeuge, ein zentrales Fuhrparkmanagement - und bessere Verhandlungen beim Einkauf. Andere Feuerwehren zahlen für identische Fahrzeuge oft weniger als die Düsseldorfer. Auch Telefon- und andere Verträge sollten nachverhandelt werden, das Sparpotenzial allein dabei liegt bei 480.000 Euro. Investieren würden die Berater in eine zentrale Schlauchwaschanlage. Das sei auf Dauer günstiger, als die Schlauchreinigung bei einem Dienstleister in Hamburg.

  • Lager

Viel zu voll, sagen die Berater. Nicht selten werden Waren nach Ablauf der Haltbarkeit ungenutzt entsorgt. Unter anderem die Chemikalienschutzanzüge - die entsorgt die Feuerwehr noch vor Ablauf der empfohlenen Lagerzeit. Allein da ließen sich 7000 Euro sparen.

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  • Personal

Synergieeffekte und bessere Organisation sollen auch den Mitarbeitern Arbeitsplätze bei der Feuerwehr sichern, die nicht mehr alarmdiensttauglich sind. Die Ausbildung aller Einsatzkräfte zu Notfallsanitätern sollte die Feuerwehr in Eigenregie übernehmen und freie Schulungsplätze extern vermarkten, um Einnahmen zu erzielen.

Quelle: RP
 
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