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Umgestaltung der Innenstadt
Stadt Düsseldorf sucht Ideen für den Gründgens-Platz

Umgestaltung der Innenstadt: Stadt Düsseldorf sucht Ideen für den Gründgens-Platz
Der Rahmen des sogenannten Ingenhoven-Tals steht: Rechts ist das geplante Shopping-Center zu sehen, im Bildvordergrund die aufsteigende und begrünte Dreiecksfläche. FOTO: Ingenhoven Architects/Cadman
Düsseldorf. Wie soll der Platz vor dem Düsseldorf Schauspielhaus aussehen, wenn die Bauarbeiten für das Ingenhoven-Tal abgeschlossen sind? Den unwirtlichen Platz aufzuwerten ist keine leichte Aufgabe. Und noch fehlen zündende Ideen.  Von Marc Ingel und Uwe-Jens Ruhnau

In der schönen Jahreszeit kann man es wieder sehen: An den Libeskind-Bauten sitzen die Menschen bei Sonnenschein an der Parkseite des Gebäudes auf der Terrasse des italienischen Restaurants, genießen die Speisen - und die Lebensqualität der neuen Innenstadt.

Ähnliches erhofft man sich für die "andere" Seite des Kö-Bogens am Gustaf-Gründgens-Platz. Dort entstehen beim sogenannten Ingenhoven-Tal ein Shopping-Center sowie eine aufsteigende und begrünte Dreiecksfläche. An und in beiden Gebäuden gibt es Gastronomie, das ist dem Investor vorgegeben. Die große Frage ist nun: Wie soll der Gustaf-Gründgens-Platz aussehen?

Der Gustaf-Gründgens-Platz soll relativ frei bleiben für Veranstaltungen, damit er aber nicht zu leer wirkt, gibt es den Vorschlag eines Kassen-Pavillons für das Schauspielhaus. FOTO: Ingenhoven Architects/Alexander Schmitz

Der Platz vor dem Schauspielhaus fristet seit Jahren ein Mauerblümchen-Dasein. Es zieht, vom Dreischeibenhaus stürzen Fallwinde in die Tiefe, der Platz ist unwirtlich - dort findet nur statt, was woanders nicht unterkommt. Die Händler des Carlsplatzes mussten einst dorthin ausweichen und riskierten ihre wirtschaftliche Existenz, auch die Händler des Weihnachtsmarktes machten keine guten Geschäfte.

Im Wesentlichen sind in den neuen Plänen die Ideen des Sieger-Duos für den Kö-Bogen II, Juan Pablo Molestina und Thomas Fenner, berücksichtigt. Aber auch Architekt Christoph Ingenhoven hat in einigen Sitzungen noch Anregungen eingebracht, der Kassen-Pavillon für das Schauspielhaus ist etwa seine Idee. "Die Grundidee ist, dass der Platz relativ frei bleibt, um ihn für Veranstaltungen nutzen zu können", sagt der amtierende Planungsdezernent Stephan Keller. "Zudem waren technische Rahmenbedingungen zu berücksichtigen."

So fällt der Platz vom Schauspielhaus in Richtung Schadowstraße ab, auf den Ansichten sind deswegen auf dem Platz Stufen zu sehen. Das Gefälle ist dem Zwang zur Entwässerung geschuldet, aber auch der neuen Tiefgarage mit ihrem tragfähigeren Deckel. Manche Nutzungen sind heute auf dem Gründgens-Platz schon aus statischen Gründen nicht möglich.

Mauer am Gustaf-Gründgens-Platz sorgt für Kontroverse FOTO: dpa, mg skm soe

Besonders schmuck wirkt der Entwurf nicht. Es gibt ein Wasserspiel, das war's. Manfred Neuenhaus (FDP) zeigte sich im Planungsausschuss einigermaßen entsetzt. "Geht es nicht ein bisschen pfiffiger?", fragte er. "Dieser Platz muss ein Hingucker werden, der zur architektonischen Qualität der Umgebung passt." Das Auge müsse sich erfreuen können, meinte der Liberale. Norbert Czerwinski forderte in der Sitzung zumindest neue und mehr Ansichten. Daran wird zurzeit gearbeitet.

Barrierefreiheit ist sichergestellt

Für Irritationen sorgte die Präsentation ebenfalls in der jüngsten Sitzung der Bezirksvertretung 1 (Innenstadt etc). Eigentlich ging es nur darum, die Bürgerinformationsveranstaltung für den Dienstag abzusegnen. Die neuen Simulationen der Platzgestaltung, die in einigen Aspekten nicht mit den bekannten Grafiken des Ingenhoven-Tals harmonierten, verblüfften. Die Grünen-Politikerin Annette Klinke entdeckte die Wasserspiele und sorgte sich angesichts der Stufen auf dem Platz um die Barrierefreiheit. Daniela Masberg-Eikelau (FDP) sah am unteren Bildrand ein Auto entlangfahren und fragte sich, ob der Platz denn auf einmal für den Verkehr freigegeben sei.

Stadtplaner Dirk Baackmann konnte die Irritationen zwar ausräumen - es gibt einen barrierefreien Zugang zum Schauspielhaus, die Wasserspiele könnten bei Bedarf durch einen Stahldeckel abgedeckt werden, der Verkehr ist nur für die Anlieferung von Dreischeiben- und Schauspielhaus freigegeben -, die grundsätzliche Kritik jedoch blieb: "Die Simulationen im Vorfeld eines solch bedeutenden Bauprojekts sollten sich doch vor allem auf die Abbildung der Realität beschränken, anstatt glückliche Menschen beim Picknick zu zeigen", erklärte Klinke.

Darauf wird nun gewartet. Laut Keller kann noch einiges verändert werden, die öffentliche Diskussion soll Impulse liefern und die endgültige Gestaltung erst in einigen Monaten festgelegt werden. Umgesetzt wird sie erst 2018/2019, der Bau des Ingenhoven-Tals verzögert sich ja ohnehin.

Termin Die Bürgerinformation findet am Dienstag ab 18.30 Uhr im Haus der Universität am Schadowplatz statt.

Quelle: RP
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