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Wo bleiben die Leuchten im Düsseldorfer Süden?
Stadt informiert über Zukunft der Gaslaternen

Wo bleiben die Leuchten im Düsseldorfer Süden?: Stadt informiert über Zukunft der Gaslaternen
Gute Chancen für einen Erhalt der Gasbeleuchtung haben Laternen in historischen Ortskernen, wie hier in Urdenbach an der Gänsestraße. FOTO: Anne Orthen
Düsseldorf-Süd. Für Donnerstag lädt die Stadt in die Aula des Annette-Gymnasiums ein. Stadtweit sollen 4000 der 14.333 Gasleuchten erhalten bleiben. Gute Chancen auf einen Erhalt gibt es in historischen Ortskernen. Von Andrea Röhrig

Der Stadtbezirk 10 ist ein blinder Fleck in Sachen Gaslaternen. Seinem im Vergleich etwa zu Urdenbach jugendlichen Alter mit mehr als 50 Jahren ist es geschuldet, dass es in Garath und Hellerhof keine einzige Gasleuchte gibt. Anders sieht es im Stadtbezirk 9 aus. In allen acht Stadtteilen werden Straßen mit dem Licht von gasbetriebenen Leuchten erhellt.

Der Stadtrat hat im Dezember 2015 entschieden, dass aus Kosten- und Umweltschutzgründen ein Großteil der Gaslaternen weichen soll. Nur 4000 von 14.333 Leuchten sollen stehen bleiben. Nun geht es um die strittige Frage, in welchen Quartieren das Gaslicht bleibt und wo die Laternen auf LED-Beleuchtung umgestellt werden. Ein Gutachter hat die Standorte nach Kriterien wie Sicherheit oder Bedeutung für die Stadtplanung bewertet. Das Ergebnis wird in allen Bezirken mit Gaslaternen vorgestellt. Am Donnerstag ist der Stadtbezirk 9 dran. Interessierte sind um 17 Uhr in die Aula des Annette-von-Droste-Hülshoff-Gymnasiums, Brucknerstraße 19, eingeladen.

Hier gibt es Gaslaternen in Düsseldorf FOTO: Schnettler

Fakten, wo überall in der Stadt Gaslaternen stehen, hat die Stadt bislang nicht geliefert. Wer sich einen Überblick verschaffen will, sollte auf die Internetseite des Ratingers Harald Schwarz gehen (wiki.openstreetmap.org/wiki/Düsseldorf/Projekte/Gaslaternen). Seit sechs Jahren sammelt Schwarz in Düsseldorf Standorte von Gaslaternen und pflegt sie in eine Karte von Open Street Map ein. Sogar 15.114 Laternen - aktive und bereits abgebaute - hat Harald Schwarz in der kostenfrei nutzbaren Internet-Karte verzeichnet.

Gute Chancen für den Erhalt haben Gaslaternen, die in historischen Bereichen wie im Urdenbacher Ortskern oder rund um das Benrather Rathaus - etwa an der Benrather Rathausstraße - stehen. Die Stadt will die Gaslaternen nämlich in erster Linie dort halten, wo für die Wohnbebauung eine Erhaltungs- oder Denkmalsatzung gilt. 3383 Gaslaternen stehen in solchen Zonen. Die Stadt will die Gebiete so vergrößern, dass insgesamt rund 4000 Laternen bleiben. Bürger können zusätzliche Zonen vorschlagen. Ziel sind zusammenhängende Gebiete. Aber nicht jeder Wunsch werde berücksichtigt, heißt es aus dem zuständigen Amt für Verkehrsmanagement: Man wolle eine "nachvollziehbare Methode". Anfang 2017 entscheidet der Stadtrat über die Erhaltungsbereiche.

Die Stadt hatte im August sieben Kriterien vorgestellt, nach denen alle Straßen bewertet werden, in denen Gaslaternen stehen. Die Punktzahlen für die Straßen ergeben den Schnitt für das Viertel, in den Vierteln mit den höchsten Punktzahlen bleiben die Gaslaternen erhalten. Die Kriterien reichen von der Kriminalprävention über das Stadtraum-Bild bis zum Brandschutz.

Die Umrüstung von Gas- auf Strom hat im Süden schon begonnen: An der Ickerswarder Straße bauten Mitarbeiter der Stadtwerke 2011 48 Gaslaternen ab und ersetzten sie durch Stromleuchten.

Quelle: RP
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