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Düsseldorf
Stadt plant 1000 Wohnungen für Flüchtlinge

Düsseldorf. Die Zahl der Flüchtlinge, die Düsseldorf aufnimmt, steigt zwar weiterhin - aber weit geringer als noch vor einigen Wochen gedacht. Deshalb kann die Flüchtlingsbeauftragte Miriam Koch in ihrer Bilanz 2016 etwas Entspannung verkünden. Von Denisa Richters

Entwicklung Aktuell kommen wöchentlich 60 geflüchtete Menschen nach Düsseldorf. Insgesamt sind es derzeit 7740, bis Jahresende werden es laut Koch 8300 Flüchtlinge sein. Noch im September hatte Koch mit 10.000 Flüchtlingen bis Ende des Jahres gerechnet. Dass die Zahl jetzt niedriger ausfällt, wird sich positiv auf den Stadt-Etat auswirken. "Unser Defizit bei der Aufnahme haben wir damit aber abgebaut", sagt Koch mit Blick auf die Quote, nach der das Land Kommunen Flüchtlinge zuweist und die Düsseldorf nicht erfüllt. Dies auch deshalb, weil das Land eigene Unterkünfte aufgegeben hat; die waren auf Düsseldorfs Kontingent angerechnet worden.

AG Wohnen Aktuell haben 2332 der geflüchteten Menschen einen Bleibestatus. Die meisten von ihnen leben noch in Unterkünften, für sie sollen aber Wohnungen geschaffen werden - Koch spricht von etwa 1000. Und das möglichst schnell. Deshalb wird, angelehnt an die bestehende Arbeitsgemeinschaft (AG) Unterbringung, bei der Stadt eine AG Wohnen eingerichtet. Sie soll städtische Grundstücke, die deutlich kleiner sein können als jene für die Unterkünfte, auf mögliche Bebauung prüfen und Verfahren verkürzen. Partner ist dabei die Städtischen Wohnungsgesellschaft SWD. Das Ziel der Stadt, jährlich mindestens 3000 Einheiten mit bezahlbarem Wohnraum zu schaffen, werde davon nicht berührt, betont Koch.

Freiwillige Rückkehr Sie soll forciert werden. Koch rechnet mit bis zu 3000 Rückkehrpflichtigen in den nächsten Jahren, für eine freiwillige Ausreise haben sich dieses Jahr aber nur 200 entschieden. "Das Potenzial ist größer, die Rückkehrberatung im Ausländeramt ist ausbaubar", sagt die Flüchtlingsbeauftragte.

Unterkünfte Tragluft- und Leichtbauhallen wurden aufgegeben, dafür werden bis 2017 zehn Unterkünfte und Wohnmodule mit insgesamt 3463 Plätzen gebaut. Noch dieses Jahr gehen die Anlagen In der Nießdonk (Lichtenbroich, 370 Plätze) und wohl auch auf dem Areal der Bergischen Kaserne (Hubbelrath, 384 Plätze) in Betrieb. Aufgegeben wird die Unterkunft im früheren Vodafone-Komplex am Rheinufer.

Quelle: RP
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