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Düsseldorf
Stadt plant 4000 neue Flüchtlings-Plätze

Düsseldorf: Stadt plant 4000 neue Flüchtlings-Plätze
FOTO: Ferl
Düsseldorf. Weil Düsseldorf seine Zuweisungsquote noch nicht erfüllt hat, kommen jede Woche 100 geflüchtete Menschen hinzu. Wir geben einen Überblick über die aktuelle Situation.  Von Denisa Richters

Auch wenn weniger Flüchtlinge nach Deutschland und Nordrhein-Westfalen kommen, bleibt die Situation in Düsseldorf angespannt. Der Grund dafür ist der städtischen Flüchtlingsbeauftragten Miriam Koch zufolge, dass die Landeshauptstadt noch immer unter ihrem Soll bei den Zuweisungen liegt. "Derzeit haben wir 100 Neuzugänge pro Woche", sagt Koch. "Wirklich Entspannung ist nicht in Sicht."

Wie viele Flüchtlinge leben zurzeit in Düsseldorf? Zum Stichtag 31. August waren es 7432 geflüchtete Menschen, davon 5655 im Asylverfahren, 1777 mit verfestigtem Status.

Wie ist die Entwicklung? Im gesamten Jahr 2015 zählte Düsseldorf 4502 Neuaufnahmen, in diesem Jahr sind es bisher bereits 3700. Es ist also davon auszugehen, dass die Neuaufnahmen 2016 deutlich höher sein werden als im vergangenen Jahr. Die Stadt rechnet mit bis zu 10.000 geflüchteten Menschen bis Jahresende.

Wie viele Plätze stehen zur Verfügung? Aktuell sind es 8120 Plätze. Mit dem Abbau der beiden Traglufthallen Ende Oktober/Anfang November entfallen 600 Plätze.

Fotos: #ZufluchtNRW: So leben Flüchtlinge in unserer Region FOTO: RPO, Laura Sandgathe

Wie sind die Flüchtlinge untergebracht? Zur Verfügung stehen unter andrem: Elf Wohnmodulanlagen mit 2030 Plätzen, drei Leichtbauhallen mit 768 Plätzen, neun Eigentumsobjekte mit 711 Plätzen, 29 angemietete Gebäude mit 2577 Plätzen, ein Zeltstandort mit 152 Plätzen, 13 Hotels beziehungsweise Appartementhäuser mit 1056 Plätzen und besagte zwei Traglufthallen mit 600 Plätzen. Sieben weitere Wohnmodulanlagen mit insgesamt 2030 Plätzen sowie zwei weitere Leichtbauhallen mit 672 Plätzen sind in Planung oder im Bau. Außerdem sind zwei weitere winterfeste Zeltanlagen, unter anderem auf dem Areal der Bergischen Kaserne (384 Plätze) geplant. Es werden derzeit stadtweit sieben angemietete Gebäude für die Flüchtlingsunterbringung umgebaut - mit insgesamt 1350 Plätzen.

Wie ist die Verteilung über die Stadtbezirke? Gemessen an der jeweiligen Einwohnerzahl sind im Stadtbezirk 8 (Eller, Lierenfeld, Vennhausen, Unterbach) mit 0,42 Prozent die wenigsten Flüchtlinge untergebracht, im Stadtbezirk 6 (Lichtenbroich, Rath, Mörsenbroich, Unterrath) mit 2,37 Prozent die meisten.

Wie hoch sind die Kosten und wie unterscheiden sie sich nach Unterkunft? Kämmerin Dorothée Schneider geht davon aus, dass allein in diesem Jahr 192 Millionen Euro für die Unterbringung und Versorgung der Flüchtlinge in Düsseldorf anfallen werden. Nicht einmal ein Drittel davon wird der Stadt durch Bund und Land erstattet. Am teuersten sind die Plätze in Unterkünften ohne Selbstversorgung. Beispielsweise werden in den Traglufthallen pro Platz 960 Euro für Essen, Ordnungsdienste und soziale Betreuung im Monat fällig, hinzu kommt die Miete (bei den Traglufthallen 291 Euro pro Person und Monat). Die Versorgung mit Essen macht dabei mit rund 800 Euro den Großteil aus. Diese Kosten will die Stadt reduzieren und drei der insgesamt sieben Standorte ohne Selbstverpflegung so umbauen, dass die Bewohner sich Essen kochen können.

Was bedeutet das "Düsseldorfer Modell"? Damit ist eine Unterbringung in Wohnmodulanlagen gemeint, bei der die Bewohner durch einen Wohlfahrtsverband sozial betreut werden, es einen Sicherheitsdienst sowie städtische Verwalter gibt. Die Unterkunft ist winterfest, hat Fenster und Tageslicht, Selbstversorgung ist möglich. Die Quartiere können flexibel aufgeteilt werden, die Räume sind abschließbar, 20 Flüchtlinge auf einem Flur bilden eine Wohneinheit. Familien verfügen über eigene Koch- und Sanitärbereiche, jeweils zehn Alleinereisende teilen sich eine solche Einheit. Die Zimmer sind mit Etagenbett, Tisch, Stühlen und Schränken ausgestattet.

Quelle: RP
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