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Düsseldorf
Stadt plant für dieses Jahr 20 neue Unterkünfte für Flüchtlinge

Blick in die Bergische Kaserne in Düsseldorf
Blick in die Bergische Kaserne in Düsseldorf FOTO: Bretz, Andreas (abr)
Düsseldorf. Die städtische Flüchtlingsbeauftragte Miriam Koch rechnet damit, dass Düsseldorf 2016 rund 5000 neue Personen aufnehmen muss, so viele sind auch aktuell in den knapp 60 Unterkünften untergebracht. Von Uwe-Jens Ruhnau

Eine Verdopplung der aktuellen Platzzahl stellt eine besondere Herausforderung dar, denn Koch setzt weiterhin auf ein dezentrales Unterbringungskonzept, weil dies dem sozialen Frieden förderlich ist, sowie auf nicht allzu große Unterbringungsformen. Ausnahme: Die Notunterkunft auf dem Gelände der Bergischen Kaserne soll 1000 Plätze haben, Betriebsstart dort soll nun am 1. April sein.

Fotos: Wo Flüchtlinge wohnen können FOTO: dpa, rwe jai

Die Stadt plant für das neue Jahr um die 20 neue Unterkünfte für Flüchtlinge. Im ersten Halbjahr sollen neue Containeranlagen an Oberlöricker Straße, Karweg, Duderstädter Straße und Auf'm Tetelberg aufgebaut werden. Zudem sind fünf Bestandsgebäude von Bürgern oder Firmen identifiziert, die umgebaut und für fünf bis zehn Jahre angemietet werden sollen. "Das wird aber nicht reichen", sagt Koch, "und die städtischen Immobilien werden knapp. Wir müssen auf den Markt gehen und weitere Grundstücke pachten oder kaufen." Der Kauf biete sich an, da es über günstige Landes- und Bundeskredite Fördermöglichkeiten gebe. Bis zu zehn weitere Standorte sollen auf diese Weise zusammenkommen. Wo es möglich ist, sollen statt Containern nachhaltigere Wohnbauten, etwa aus Holz, errichtet werden. Diese können später auch für eine weitere Wohnnutzung verwendet werden.

Die Modulbauanlagen haben bislang eine Kapazität von 150 bis 200 Plätzen. Laut Koch werde man nun auch bis zu 300 Plätze möglich machen. "Wir brauchen diese Plätze. An der Moskauer Straße wäre beispielsweise eine dritte Etage Container möglich gewesen."

Fotos: Traglufthalle für Flüchtlinge in Düsseldorf aufgebaut FOTO: dpa, fg jai

Familienstand, Ausbildung, Hobbys, Bedürfnisse (Sprachkurse etc.) - die Stadt wird in der kommunalen Erstaufnahme am Vogelsanger Weg, die Ende Februar startet, all diese Punkte in einem Fragebogen erfassen. Auch Praktika werden im Nachgang vermittelt. Bislang haben den Fragebogen, der im Herbst entwickelt wurde, gut 1000 Flüchtlinge ausgefüllt. In Zukunft werden es alle sein, über die "Integration Points" wird dann die Integration vorangetrieben. Aktuell gehen Kochs Mitarbeiter in die Zeltanlage an der Ulmenstraße, wo 150 Männer leben, um die Bögen mit den Bewohnern auszufüllen. Sie ergänzen den Einsatz von 200 Ehrenamtlern, die bislang damit in den Unterkünften unterwegs waren. Apropos Ehrenamtler: 3500 sind aktiv, die Silvesternacht in Köln hat zum Rückzug einer einzigen Person geführt.

Quelle: RP
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