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Nach Skandal in Köln
Stadt prüft Wehrhahn-Linie erneut

Nach Skandal in Köln: Stadt prüft Wehrhahn-Linie erneut
Wie sicher ist der U-Bahn-Bau in Düsseldorf? FOTO: Gabriel
Düsseldorf. Düsseldorfs Oberbürgermeister Dirk Elbers hat nach den Manipulationen beim Kölner U-Bahn-Bau eine weitere Untersuchung für die Landeshauptstadt in Auftrag gegeben. Erste Ergebnisse sollen in der nächsten Woche der Öffentlichkeit präsentiert werden. Von Christian Herrendorf

Täglich tauchen neue Probleme und Skandale des U-Bahn-Baus in Köln auf, täglich wächst die Sorge der Nahverkehrs-Nutzer in der Landeshauptstadt, ob die geplante Wehrhahn-Linie sicher sein wird. Nach RP-Informationen waren deshalb gestern Vertreter des Ingenieursbüros CDM in Düsseldorf, um zu untersuchen, ob es bei den bisherigen Arbeiten Manipulationen gegeben hat und ob die bisher verbauten Teile tatsächlich einwandfrei eingebaut sind.

Oberbürgermeister Dirk Elbers hatte eine weitere Überprüfung der Baustelle in der vergangenen Woche in Auftrag gegeben. Was die Bochumer Ingenieure in Düsseldorf ermitteln, soll die Öffentlichkeit schnellstmöglich erfahren. Der zuständige Dezernent, Gregor Bonin, kündigte auf Anfrage der Rheinischen Post an, in der nächsten Sitzung des Ordnungs- und Verkehrsausschuss erstmals berichten zu wollen. Die Sitzung ist für Mittwoch, 24. Februar, geplant.

Erste Kontrolle

Die Wehrhahn-Linie steht seit der vergangenen Woche unter besonderer Beobachtung, als bekannt wurde, dass der Bauarbeiter, der in Köln Eisenteile gestohlen haben soll, mit seinem Unternehmen auch in der Landeshauptstadt tätig war. Eine erste Kontrolle der Bauunterlagen hatte am Mittwoch keine Hinweise auf Diebstähle oder Manipulationen ergeben. Alles sei korrekt, teilte der Bauleiter des U-Bahn-Projekts Wehrhahn-Linie, Gerd Wittkötter, mit.

Das Unternehmen CDM bringt für die Prüfung Erfahrungen aus mehreren Geschäftsfeldern mit. Die Ingenieure sind als Berater und Planer in den Bereichen Wasser, Bauwerke, Infrastruktur und Geotechnik tätig. Nach eigenen Angaben sind die rund 400 Mitarbeiter unter anderem auf Grundwassermodelle, Straßenbau und Bahn-trassen, Schlitz- und Dichtwände spezialisiert. Beim Bau der Wehrhahn-Linie hatten sie bisher die Baugrund- und Altlastenerkundung übernommen und sind als Berater für Tunnelvortrieb, Spezialtiefbau, Bodenvereisung und Hydrogeologie im Einsatz. Sie gelten daher zugleich als vertraut mit dem Projekt und unabhängig von den in Frage stehenden Arbeiten.

"Das schulden wir den Bürgern"

Die Ingenieure kontrollieren in Düsseldorf unter anderem die Stahl- und Wiegelisten sowie die Beton- und Sicherheitsprotokolle. Außerdem prüfen sie, ob die Schlitzwände, die bisher in den Boden gelassen wurden, auch tatsächlich bis an ihr unteres Ende durchbetoniert sind.

Der Vorsitzende des Bauausschusses, Andreas Hartnigk (CDU), befürwortete gestern auf RP-Anfrage die neuen Untersuchungen: "Es sollte alles getan werden, was notwendig erscheint. Das schulden wir dem Sicherheitsbedürfnis unserer Bürger."

Quelle: RP
 
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