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Düsseldorf
Stadt schafft 2400 neue Parkplätze

Düsseldorf: Stadt schafft 2400 neue Parkplätze
Wo Düsseldorf neue Parkplätze schafen will. Zum Vergrößern bitte anklicken. FOTO: KLXM.DE
Düsseldorf. In der gesamten Innenstadt suchen Fachleute des Amtes für Verkehrsmanagement nach Möglichkeiten, Parkraum besser zu nutzen und so zusätzliche Plätze zu schaffen. Sehr oft gelingt das – durch Schrägparken beispielsweise. Von Hans Onkelbach und Heide-Ines Willner

Roland Hahn ist eigentlich stellvertretender Leiter des Amtes für Verkehrsmanagement. Man könnte ihn auch Jäger der verborgenen Parkplätze nennen. Denn einen erheblichen Teil seiner Zeit verbringt er auf der Straße, um mit – wie er sagt – "pragmatischen Lösungen" die Parkplatznot zu lindern.

Gestern war er in Oberkassel erfolgreich: Nach Beschwerden der Bürger über Knöllchen in einigen Straßen überprüfte man die dortige Lage und kam zu dem Schluss: Das, was die Bürger seit Jahren praktizierten, nämlich Parken mit teilweiser Nutzung des Bürgersteiges, ist in Ordnung, behindert nicht, kann also legalisiert werden. 100 Plätze, bisher illegal oder gar nicht vorhanden, sind nun auf der Siegfried-, der Carmen- und der Schanzenstraße vorhanden. Auf Letzterer, weil man dort künftig schräg statt hintereinander parken darf.

Hahn behauptet nicht, dass er stets "zusätzlichen" Raum schafft. Das gelingt häufig, aber nicht immer. Denn oft machen er und seine Leute aus verbotenen Plätzen erlaubte – wenn die Verkehrssicherheit das zulässt und die Verbotsregel offensichtlich unsinnig ist. Den Auftrag zu diesem Job, der dem Mann hörbar Freude macht, bekam er vor zwei Jahren vom Rat erteilt. Parkraumoptimierung nennt man diese Idee.

Plus von 2400 Stellplätzen

Seitdem sind rund 1500 Plätze zusätzlich freigemacht oder legalisiert worden, in den nächsten Monaten kommen mehrere hundert hinzu, so dass man am Ende bei einem Plus von 2400 Plätzen stehen wird. Der häufigste Trick bei der wundersamen Parkplatzvermehrung ist das Schrägparken. Oft sind die Straßen breit genug, dass die Wagen nebeneinander schräg zur Bordsteinkante stehen können statt hintereinander – was eindeutig mehr Platz schafft. Immer häufiger wird auch erlaubt, teilweise oder ganz auf dem Bürgersteig zu stehen. Hahn legt Wert darauf, dass man stets darauf achtet, dass Fußgänger nicht behindert werden und es weder mit Kinderwagen noch mit Rollatoren Probleme gibt. Auch werden jedes Mal die zuständigen Bezirksvertretungen gefragt.

Einer der Hintergründe: Düsseldorf wächst derzeit um rund 1500 Menschen pro Jahr. Die Zahl von 300 000 Autos, die von Düsseldorfern gefahren werden, wächst weiter, täglich kommen mehr als 200 000 Pendler in die Stadt. Verfügbarer Parkraum ist zu einem Standortfaktor geworden, in bestimmten Lagen sind Wohnungen nur noch vermittelbar, wenn es sicheren Parkraum gibt.

So ist jetzt der Weg frei zum Bau der Quartiersgarage am Barbarossaplatz. Gestern akzeptierten die linksrheinischen Bezirksvertreter den Bauantrag. Vorausgegangen war eine zähe Diskussion um die Aufteilung der 352 unterirdischen Stellflächen zwischen Dauer- und Kurzzeitparkern. Dazu machte das Bauaufsichtsamt keine Angaben, weil das der private Bauträger bestimmen könne. Im Protokoll wurde festgehalten, dass ein Drittel der Stellflächen für die Anwohner reserviert werden soll. Bezirksvorsteher Rolf Tups sprach von einem historischen Moment, denn seit 1976 beschäftigen sich die Stadtteilpolitiker mit diesem Thema.

Quelle: RP
 
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