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Düsseldorf
Stadt sieht keine akute Gesundheitsgefahr durch PFT

Düsseldorf. Eine Sanierung des Grundwassers ist laut Verwaltung vordringliche Aufgabe. Warnschilder werden an Seen aufgestellt. Von Michael Brockerhoff

Die Chemikalie PFT im Lambertus-See löst keine akute Krankheit aus, das Schwimmen dort ist ungefährlich. "Wenn ich selbst dort geschwommen wäre, hätte ich keine Angst um meine Gesundheit", erklärte Gesundheitsdezernent Andreas Meyer-Falcke. Als Mediziner könne er die Gefahr abschätzen.

Es gebe keine Grenzwerte, ab wann eine Gesundheitsgefährdung eintritt, es seien keine Krankheiten bekannt, die von PFT ausgelöst würden. Einzig bei Tierversuchen mit hohen Dosen PFT seien Karzinome entstanden. Doch das bedeute noch lange nicht, dass auch bei Menschen Krebs ausgelöst werden könne. Für eine Bewertung möglicher Gefahren werden die Richtlinien der Trinkwasserkommission herangezogen. Die sehen, so Umweltdezernentin Helga Stulgies, 100 Nanogramm je Liter (ein Nanogramm ist ein Milliardstel Gramm) als unbedenklich an, 300 Nanogramm pro Liter seien bei einer lebenslangen Aufnahme duldbar, bis 5000 Nanogramm pro Liter könnten Erwachsene das Wasser sogar noch trinken. Die Konzentration im Lambertussee liegt bei etwa 2700 Nanogramm.

"Trotzdem wollen wir die Konzentration bei der Sanierung senken und möglichst den unbedenklichen Wert einhalten", sagte Stulgies. Zugleich sollen die Bürger mit neuen Schildern am See auch auf die Gesundheitsgefahr hingewiesen werden, einen Prototyp stellte Stulgies vor. Zudem würden Info-Tafeln zu PFT aufgestellt. Aus reiner Vorsorge sei auch die Benutzung von Grundwasserbrunnen in Teilen von Kaiserswerth und Lohausen verboten worden.

Stulgies hob hervor, dass an einem Sanierungsprogramm gearbeitet werde. Trotz aller Anstrengungen könne aber erst Anfang 2015 damit begonnen werden, das belastete Wasser an den Eintragstellen von PFT abzupumpen und zu reinigen, "damit sich PFT nicht weiter ausdehnen kann". Ende 2013 will der Flughafen laut Stulgies sein Sanierungskonzept vorstellen.

Zur Aufklärung der Bürger wird es eine Informationsveranstaltung mit Fachleuten am Donnerstag, 18. Juli, von 17 bis 18.30 Uhr in der Grundschule Fliednerstraße geben.

Quelle: RP
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