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Düsseldorf
Stadt steht kurz vor Kauf der Bergischen Kaserne

Das ist Thomas Geisel – OB in Düsseldorf
Das ist Thomas Geisel – OB in Düsseldorf FOTO: Endermann, Andreas (end)
Düsseldorf. Seine Jahre im mittleren Management spiegeln sich bei Thomas Geisel auch in der Amtsführung als Oberbürgermeister wider: Eine mittelfristige Planung gehört für ihn zum Geschäft im Rathaus wie kaufmännisches Denken. Von Denisa Richters und Uwe-Jens Ruhnau

Mit beidem argumentiert der Sozialdemokrat, wenn es um die Bergischen Kaserne in Ludenberg geht: Die soll kurzfristig eine Erstaufnahme des Landes für rund 1000 Flüchtlinge werden.

Der erste Tag von Oberbürgermeister Geisel FOTO: Andreas Bretz

Dafür überlässt die Bundeswehr der Stadt das rund 24 Hektar große Areal und mietet einen Teil für eigene Nutzung (u.a. Musikkorps Hilden) zurück. Den für die Flüchtlingsunterkunft vorgesehenen Teil wird die Stadt an das Land vermietet. Mittel- bis langfristig ist nach wie vor ein Wohngebiet auf der Fläche geplant. Geisel schwebt ein Mix vor aus Einfamilienhäusern, Geschoss- und sozialem Wohnungsbau, auch für anerkannte Flüchtlinge. Um Gestaltungsspielraum zu behalten, will die Stadt das Areal kurzfristig dem Bund abkaufen. Finanzieren will Geisel das Ganze aus Verkäufen städtischer Grundstücke, "die wir in solche Vermögenswerte wandeln und nicht fürs laufende Geschäft" verwenden. Zum möglichen Kaufpreis für das Kasernenareal schweigt Geisel. Laut Marktbeobachtern könnten sich Bund und Stadt bei 40 Millionen Euro einigen.

Die Bergische Kaserne ist nur ein Aspekt in der Bilanz, die Geisel nach einem Jahr als Chef des Rathauses zieht. Als Erfolge wertet er die angestrebte Beschleunigung des Schulbaus, der Rheinbahn und die Umsetzung des Bäderkonzepts. Er lobt das bürgerschaftliche Engagement für Flüchtlinge und nach dem Orkan "Ela", er lobt die gute Stimmung und hohe Motivation bei den Mitarbeitern der Stadtverwaltung. Ob das Planungsdezernent Gregor Bonin (CDU) auch so sieht? Der Beigeordnete will auf einen (schlechter dotierten) Posten in Mönchengladbach wechseln. Dass er ihn entmachtet habe, weil er Bonin die Liegenschaften und teils Schulbau entzog, weist Geisel ebenso von sich wie den Vorwurf der CDU, Posten nur nach SPD-Parteibuch zu besetzen: Bonin leite mit Planen und Bauen nach wie vor die zentralen Bereiche der Stadt, habe jedoch das Recht, sich freiwillig zu verändern.

Thomas Geisel als neuer OB beim Ständehaus-Treff FOTO: Endermann, Andreas

Bleibt am Ende noch die Frage, wann die Stadt angesichts der großen Aufgaben und angespannten Finanzen wieder neue Schulden aufnehmen muss. "Ich würde hoffen: gar nicht", sagt Geisel. Am Ende seiner Amtsperiode 2020 werde die Stadt "wirtschaftlich stark und finanzpolitisch hochsolide" sein.

Quelle: RP
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