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Open-Data-Portal bietet Informationen
Stadt stellt Daten aus Düsseldorf ins Netz

Open-Data-Portal  bietet Informationen: Stadt stellt Daten aus Düsseldorf ins Netz
Tobias Siebenlist und Agnes Mainka, beide wissenschaftliche Mitarbeiter an der Heine-Uni, bewerten das Open Data-Portal der Stadt. FOTO: Sonja Schmitz
Düsseldorf. Bürger und Firmen können nun beim Open-Data-Portal Informationen abrufen und verwerten. Informationswissenschaftler der Heine-Uni sagen, was an der Seite gut und was noch ausbaufähig ist. Von Sonja Schmitz

Wie haben sich die Steuereinnahmen von 2002 bis 2015 entwickelt? Welche Vornamen wurden im vorigen Jahr in Düsseldorf vergeben? Wie viele Besucher hatten die Museen seit 1999? Diese Informationen und viele mehr können die Bürger seit kurzem auf der neuen Seite opendata.duesseldorf.de abrufen. Die Idee, die dahintersteckt, heißt Open Government (offene Regierung und Verwaltung). "Open Data ist ein wichtiger Beitrag zu Transparenz und offenem Verwaltungshandeln, Grundlage für Kooperation und Innovation", sagt Oberbürgermeister Thomas Geisel.

An der Heinrich-Heine-Universität haben Tobias Siebenlist und Agnes Mainka sich bereits intensiv mit den Open-Data-Portalen der Städte in NRW auseinandergesetzt. Im Gespräch mit unserer Redaktion erklären die wissenschaftlichen Mitarbeiter, wie die Düsseldorfer Seite im Vergleich mit anderen abschneidet.

Wie frühzeitig hat sich Düsseldorf bei Open-Data engagiert? Vor einiger Zeit hatten die Informationswissenschaftler festgestellt, dass erst etwa zehn Prozent der knapp 400 Gemeinden in NRW ein Open-Data-Portal haben oder an einem beteiligt sind. Insofern ist Düsseldorf vorne mit dabei, hat aber keinen ganz frühen Start. "Das hat auch Vorteile", findet Tobias Siebenlist. Denn so kann die Landeshauptstadt von den Erfahrungen anderer profitieren. Köln, einer der Vorreiter in NRW, ging bereits 2012 mit einem Open-Data-Portal ans Netz. Da das Kölner Angebot gut ist, kooperiert Düsseldorf bei dem Portal mit dem rheinischen Nachbarn. Entsprechend ähnlich sehen die beiden Seiten aus.

Wie umfangreich ist das Angebot? In der EU gibt es Standards, denen die Portale entsprechen müssen. Nur so lässt sich auch eine Vergleichbarkeit herstellen. Aufgeführt werden jedes Mal 13 verschiedene Bereiche (unter anderem Bevölkerung, Transport und Verkehr, Gesundheit, Soziales, Verwaltung/Haushalt und Steuern, Wirtschaft und Arbeit). Der Bereich Politik und Wahlen stellt mit zwölf Datensätze bislang die meisten bereit. Die Düsseldorfer Seite ist aber spürbar noch im Aufbau begriffen, nach und nach werden weitere Daten eingestellt.

Wie benutzerfreundlich ist das Portal? Die Informationswissenschaftler erarbeiten gerade eine Studie zu diesem Thema und vergleichen dazu Portale in NRW. Die Düsseldorfer Seite erntet ein Lob von Agnes Mainka. "Sehr positiv ist, dass Nutzer Daten anfragen können", findet sie. Ein Angebot, das nicht selbstverständlich ist. Klicken die Nutzer einen Datensatz an, stehen bei der Datei eine Überschrift und eine Erklärung. Auch das ist nicht bei allen Portalen der Fall. Ebenfalls positiv bewerten die Wissenschaftler, dass neue Datensätze extra aufgeführt und bei Twitter gemeldet werden unter @OpenDataDdorf.

Was kann Düsseldorf noch von anderen Portalen lernen? Am weitesten entwickelt ist Open Data in Wien. Dort lässt sich verfolgen, wie Bürger und Firmen die Daten für Angebote nutzen. Sie verarbeiten diese beispielsweise zu Grafiken oder Apps und stellen sie im Portal der Allgemeinheit zur Verfügung. Eine Pflicht dazu besteht allerdings nicht. Auch die kommerzielle Nutzung ist erlaubt.

Was wünschen sich die Experten vom Portal selbst? Agnes Mainka fährt häufig Fahrrad und ist nicht glücklich mit Düsseldorfs "RADschlag"-App. Sie fände es hilfreich, die Geodaten der Fahrradkarte zu bekommen, damit andere eine App entwickeln können. Wenn Kommunen eine App in Auftrag geben, sei es wichtig, im Vertrag festzuhalten, dass die Rohdaten in ihrem Besitz sind. "Da ist oft Aufklärung nötig", sagt Mainka. Nur dann können die Kommunen auch die Daten zur Verfügung stellen. Ist dies nicht der Fall, bedeutet es viel Arbeit, die Daten extra zu erfassen.

Quelle: RP
 
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