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Düsseldorf
Stadt wartet auf Klage wegen schlechter Luft

Düsseldorf. Die Verschmutzung der Luft durch Stickstoffdioxid ist in Düsseldorf hoch - daran dürfte auch die Klage nichts ändern, die die Deutsche Umwelthilfe (DUH) in der vergangenen Woche angekündigt hat. Neben Düsseldorf sollen wegen der fortgesetzten Grenzwert-Überschreitungen Köln, Bonn, Aachen, Essen, Gelsenkirchen, Frankfurt am Main und Stuttgart vor Gericht belangt werden. Da es der DUH aber um eine Änderung der Luftreinhaltepläne geht, glaubt man im Umweltdezernat, dass es eher um eine Klage gegen das Land NRW geht, das diesen Plan aufstellt. Bei der Stadtverwaltung ist jedenfalls noch keine Klageschrift eingegangen. Von Uwe-Jens Ruhnau

Für Stickstoffdioxid gilt im Jahresschnitt der Grenzwert 40 Mikrogramm pro Kubikmeter. Der wird nur an den Hintergrund-Messstationen Brinckmannstraße und Lörick eingehalten, also da, wo die Verkehrsbelastung nicht so hoch ist. An allen anderen Stationen - vor allem an Corneliusstraße und Ludenberger Straße - sind Überschreitungen von bis zu 50 Prozent zu verzeichnen.

Der aktuelle Skandal um die Manipulationen von Abgaswerten durch VW spielt auch in diese Debatte hinein. Denn während es technisch viel besser gelungen ist, den Feinstaub herauszufiltern, gelingt dies beim Stickstoffdioxid nicht so gut. "Und jedes zweite neu zugelassene Auto ist ein Diesel", sagt Düsseldorfs Umweltamtsleiter Stefan Ferber. Für die Experten ist deswegen klar: Solange sich bei Abgasmessungen die Laborwerte von den Ergebnissen im Realbetrieb so massiv wie heute unterscheiden, solange nutzen die schönsten kommunalen Maßnahmen wie die Ausweitung der Umweltzone oder andere Ampelschaltungen gar nichts. "Auch bei der Euro-6-Abgasnorm liegen die Fahrwerte höher als im Labor", sagt Ferber. Er ist deswegen gespannt, was die Klage bringt.

Quelle: RP
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