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Ehemaliges Postgebäude in Düsseldorf
Stadt zeigt erste Ansichten der neuen Zentralbibliothek

Ehemaliges Postgebäude in Düsseldorf: Stadt zeigt erste Ansichten der neuen Zentralbibliothek
Ein gläserner Eingangsbereich soll das Betongebäude am Bahnhofsvorplatz aufwerten. FOTO: RKW Architektur +
Düsseldorf. Der Düsseldorfer Stadtrat soll am 18. Mai entscheiden, dass die Bücherei in das ehemalige Postgebäude am Hauptbahnhof zieht - mit weitreichenden Folgen. Oberbürgermeister Geisel wirbt für sein Projekt. Von Arne Lieb

Die Entscheidung naht: Oberbürgermeister Thomas Geisel (SPD) braucht vom Stadtrat die Zustimmung, dass die Zentralbibliothek in das ehemalige Postgebäude am Hauptbahnhof umziehen soll. Am 18. Mai soll der Rat über das Projekt entscheiden, das seit Jahren vorbereitet wird. Der Umzug löst eine große Immobilien-Rochade aus. Die wichtigsten Antworten:

Was bietet der Bau für die Zentralbibliothek?

Mehr Platz und einen moderneren Standard. Die Bücherei soll mit 7700 Quadratmeter fast doppelt so viel öffentliche Fläche erhalten wie an ihrem bisherigen Standort an der Bahnhofsrückseite. Dazu kommt eine großzügige Ausstattung mit Lesecafé, großer Jugendbibliothek sowie erheblich mehr Lernplätzen. Geisel zeigte gestern bei einem Pressetermin erste Animationen, um für das Projekt zu werben.

Über mehrere Etagen wird sich die Zentralbücherei erstrecken: Es gibt lebhaftere Bereiche wie ein Café, aber auch Ruhezonen. FOTO: Schrammel Architekten

Was macht das Projekt so schwierig?

Die Größe des Baus. Inklusive der nichtöffentlichen Bereiche soll die Bücherei rund 12000 Quadratmeter Fläche bekommen. Das füllt nur die Hälfte des Gebäudes, das dem Versorgungswerk der Zahnärzte gehört. Um den restlichen Platz zu nutzen, sollen diverse Einrichtungen dazukommen. Dazu zählen Theatermuseum, Stadtarchiv, Schulverwaltungsamt sowie das Forum Freies Theater (FFT), für das eine Bühne gebaut werden soll. Die ehemaligen Büchereiräume sollen an die Volkshochschule (VHS) gehen, die dafür die beiden Standorte an anderen Stellen aufgeben könnte.

Was ist mit Kosten und Zeitplan?

Ende 2020 soll die Stadt die Schlüssel erhalten. Im folgenden Jahr sollen die Umzüge erfolgen. Der Eigentümer übernimmt zuvor einen Großteil des Umbaus: Er saniert unter anderem die Natursteinfassade und ergänzt sie durch einen gläsernen Eingangsbereich. Er investiert insgesamt einen höheren zweistelligen Millionenbetrag. Die Stadt zahlt direkt lediglich neun Millionen Euro für Ausstattung und Umzüge sowie 7,5 Millionen Euro für die Bühne. Miete und Betriebskosten betragen 4,4 Millionen Euro pro Jahr, der Vertrag gilt für 30 Jahre.

Große Fenster sollen dafür sorgen, dass der von außen bislang dunkel wirkende Bau heller und einladender wirkt. FOTO: Schrammel Architekten

Welche Folgen hat die Anmietung?

Die Stadt könnte eine ganze Reihe von Immobilien aufgeben. Das soll Kosten sparen - und Geld in die Kasse spülen. Interessantestes Objekt: Nach dem Auszug von FFT und VHS könnte man das Gebäude Kasernenstraße 6 verkaufen. Das befindet sich neben Wilhelm-Marx- und Carschhaus, also in Top-Lage. Nach Informationen unserer Redaktion soll der Verkauf 33 Millionen Euro bringen. Auch die Gebäude Franklinstraße 41 (heute VHS) und Flinger Richtweg 60 (Museumsdepot) will man verkaufen. Durch eine Erbpacht möchte Geisel zudem das Hofgärtnerhaus abgeben, in dem sich bislang das Theatermuseum befindet - das ist der umstrittenste Zug. Geisel kündigt an, man werde eine Nachnutzung suchen, "die dem Wesen des Gebäudes angemessen" ist.

Was sagt die Politik?

Alle Fraktionen müssen sich noch eine Meinung bilden. Eine Zustimmung der SPD gilt als sehr wahrscheinlich. Grüne und FDP haben einige Vorbehalte. Besonders die Bühne macht Sorgen, nicht zuletzt mit Blick auf die Kostenexplosion beim Aquazoo, die man nicht wiederholt sehen möchte. Die Tendenz geht aber zur Zustimmung - damit würde die Mehrheit stehen. Die Linke will sich noch besprechen. Die CDU lehnt den Plan ab, sie hält den Bau für ungeeignet.

Quelle: RP
 
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