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700.000 Dokumente umgezogen
Stadtarchiv in neuen Räumen

700.000 Dokumente umgezogen: Stadtarchiv in neuen Räumen
Archivleiter Clemens von Looz-Corswarem (l.) und sein Vertreter Benedikt Mauer im neuen Magazin. FOTO: RP, Thomas Bußkamp
Düsseldorf. Innerhalb von sechs Monaten ist der überwiegende Teil der rund 700.000 Stücke in die sanierte Alte Paketpost gebracht worden. Ab Donnerstag sind die Lesesäle für Besucher geöffnet. Familienforschung ist ein Schwerpunkt. Von Michael Brockerhoff

Geschichtsforscher können aufatmen: Nach etwa einem halben Jahr stehen ihnen die Dokumente des Stadtarchivs wieder zur Verfügung. Denn nach dem Umzug des Archivs in die umgebaute Alte Paketpost öffnen ab morgen wieder die Lesesäle, können Interessierte wieder Dokumente sichten und für ihre Forschung auswerten. "Die präzise Vorbereitung des Umzugs hat sich gelohnt, der Transport der Akten und Bücher klappte reibungsloser als erwartet", berichtet Archivleiter Clemens von Looz-Corswarem.

13,5 Kilometer Akten

Zwar haben Mitarbeiter einer Spezial-Spedition erst gut 80 Prozent der etwa 700 000 Einzelstücke – Akten, Bücher, Pläne und Fotos – in die Kellerräume gebracht und Mitarbeiter des Stadtarchivs sie wieder in die Roll-Regale eingeordnet. Dennoch können die Nachfragen interessierter Bürger schon beantwortet werden. "Bis Ende Juli werden dann die gesamten 13,5 Kilometer Akten untergebracht sein", so von Looz-Corswarem.

Ein Schwerpunkt in den neuen Räumen wird die Familienforschung sein. "Bis Ende Oktober werden die Unterlagen des Standesamtsregisters digitalisiert und leicht einzuschauen sein", sagte Benedikt Mauer, stellvertretender Leiter des Stadtarchivs. Damit stellen sich die Archivare auch auf das steigende Interesse der Familienforschung ein, "wir planen auch Einführungskurse für Genealogie", so Mauer.

Das Standesamtsregister ist nur ein kleiner Teil der Dokumente, den das Archiv für die Stadt sammeln muss. "Auch alle Dienstakten und den Schriftverkehr der Stadtverwaltung wird hier aufbewahrt", so von Looz-Corswarem. Das älteste Schriftstück ist eine Beurkundung einer Kerzenspende für St. Lambertus aus dem Jahr 1392. "Aber die Bestände bis zum Jahr 1816 sind eher dünn, weil zu diesem Zeitpunkt die Stadtverwaltung viele Akten aus Platzgründen zur Altpapierverwertung verkauft hat", so der Archivleiter. Die Quittung über 17 Talern sei jedoch archiviert.

Damit die Dokumente möglichst lange halten, sind die Archivkeller auf 18 Grad temperiert. Für die Sicherungsfilme der wichtigen Dokumente gibt es Bunkerräume mit einer Temperatur von zwölf Grad Celsius.

Platz für das Unterbringen neuer Dokumente ist im neuen Archiv noch vorhanden, "etwa vier bis fünf Jahre können wir noch sammeln, dann müssen wir weitere Archivräume mieten", so von Looz-Corswarem. Das Archiv sei an allen Dokumenten interessiert, auch an privaten, weil sie wichtig für die historische Forschung werden könnten.

Quelle: RP
 
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