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Düsseldorf
Stadtdechant: Laien fordern Mitsprache

Düsseldorf: Stadtdechant: Laien fordern Mitsprache
Ordensträger Günther Fuchs (l.) und Heinz-Jürgen Fach (r.) mit Weihbischof Steinhäuser FOTO: Andreas Endermann
Düsseldorf. Der Katholikenrat, die Interessenvertretung der engagierten Laien, fordert eine stärkere Beteiligung bei der Ernennung eines neuen Stadtdechanten. Das beschlossen die Delegierten beim Festakt zum 70-jährigen Geburtstag. Von Julia Chladek und Jörg Janssen

Die Vertretung der mehr als 190.000 katholischen Laien in der Stadt fordert "eine neue und bessere Praxis" bei der Ernennung künftiger Düsseldorfer Stadtdechanten. Das beschlossen die Delegierten bei ihrer Vollversammlung im Maxhaus. Selbstverständlich liege das Recht der Ernennung beim Erzbischof, aber "eine ernsthafte Mitwirkung des Klerus und der Laien im Stadtdekanat vor der Ernennung ist vorzusehen", heißt es in der nach Köln übermittelten Stellungnahme. "Das ist in keinster Weise als Kritik an der Person unseren neuen Stadtdechanten Ulrich Hennes zu verstehen. Im Gegenteil, dass er es wurde, damit sind wir mehr als zufrieden", sagt Michael Hänsch, Geschäftsführer der katholischen Kirche.

Mit der Forderung nach mehr Beteiligung zieht der Rat, der in dieser Woche sein 70-jähriges Bestehen feiert, die Konsequenzen aus den Querelen im Vorfeld von Hennes' Ernennung. Der Hildener Pfarrer und Kreisdechant des benachbarten Kreises Mettmann war erst ins Spiel gekommen, nachdem eine mögliche Ernennung des Bonner Dechanten Wolfgang Picken öffentlich geworden war. Teile des Düsseldorfer Klerus hatten darauf eher ablehnend reagiert und der Katholikenrat fühlte sich mit der von ihm erbetenen Stellungnahme nicht wohl, weil viele seiner Mitglieder Picken gar nicht kannten. "Wir wollen dem Erzbischof auch eigene Namen vorschlagen und zwar bevor das Ganze in Gang kommt oder erste Kandidaten bereits die Runde machen. Deshalb wollen wir Einfluss nehmen auf das Stellenprofil", sagt Hänsch. Die Düsseldorfer hoffen nun, dass ihr Vorschlag auf der Ebene des Erzbistums Gehör findet und die Ordnung zur Ernennung von Stadtdechanten geändert wird.

Kritische Worte fand beim Festakt auch Historiker Ulrich Brzosa. Er rief in Erinnerung, dass die Existenz eines eigenen Katholikenrats zugleich eine Versinnbildlichung der immer noch prägenden Differenzierung zwischen Klerus und Laien sei. "Die Laien werden zur Verchristlichung der Welt bestimmt, aber nicht zur Verchristlichung der Kirche", bemerkte er und hofft auf eine Zukunft, in der vor allem die Nutzung der unterschiedlichen Gaben und Charismen prägend ist.

Zwei Christen mit eben diesem Charisma, Günther Fuchs und Heinz-Jürgen Fach, zeichnete der frühere Stadtdechant und heutige Kölner Weihbischof Rolf Steinhäuser mit dem päpstlichen Ehrenkreuz "Pro ecclesia et pontifice" (für Kirche und Papst) aus. Beide Preisträger starteten mit ihrem Engagement bereits als Messdiener und Jugendgruppenleiter. Und was treibt sie an? "Ich bin in der Kirche zuhause", sagt Fuchs.

Quelle: RP
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