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Quatsch Comdey Club
25 Jahre Witze auf der Bühne

Quatsch Comdey Club: 25 Jahre Witze auf der Bühne
FOTO: Hans-Juergen Bauer
Düsseldorf. In einem seiner Songs sang Helge Schneider einst: "Das ganze Geld mit Quatsch verdient." Thomas Hermanns gefällt diese Zeile: "Kann man auf meinen Grabstein schreiben oder auf meinen Anrufbeantworter sprechen", sagt er und lacht.

Der Gründer des Quatsch Comedy Clubs war am Samstag in Düsseldorf, um dessen 25-jähriges Bestehen zu feiern. Wobei der eigentliche Geburtstag bereits im Januar war. Hermanns und seine Comedians feiern schon das ganze Jahr über. Nicht nur in Düsseldorf, sondern auch in Berlin, Hamburg und Stuttgart: Hermanns spricht von einem "Jubiläumsjahr" und sagt: "Wenn schon 25, dann gescheit."

Die Show im Capitol Theater war der Abschluss der Vierteljahrhundertfeierlichkeiten. Hermanns war als Intendant in der Stadt, wobei er mit dem Tagesgeschäft des Quatsch Comedy Clubs nur noch wenig zu tun hat. Er selbst beschreibt seine Rolle so: "Ich laufe rum und nerve alle - gucke, ob mein Baby gut gepflegt wird."

In Düsseldorf war der Quatsch Comedy Club erstmals vor knapp sieben Jahren. Und er habe sich "gut etabliert", findet Hermanns. Wohl auch, weil es hier, anders als in Köln, weniger darum gehe "die eigene Stadt abzufeiern". Von Düsseldorf aus könne man besser Comedy für ganz Deutschland machen, in Köln hingegen stehe der Lokalpatriotismus im Vordergrund: "Das merkt man auch daran, dass in Köln gerne Düsseldorf-Witze gebracht werden, wenn gar nichts mehr geht."

Das Konzept des Quatsch Comedy Clubs, Comedians aus ganz Deutschland zusammenzubringen, war auch ein Grund für seinen Erfolg im Fernsehen: zunächst im bezahlten, dann im frei empfangbaren und mittlerweile wieder im bezahlten. "Aber am besten," betont Hermanns, "ist der Quatsch Comedy Club immer noch auf der Bühne aufgehoben". Stand-up-Comedy lebe von der Interaktion mit dem Publikum: "Das ist wie bei Musik - die ist live intensiver."

Jessica und Daniel Bauer glauben das auch. Die beiden kannten den Quatsch Comedy Club bisher nur aus dem Fernsehen, finden ihn "cool" und wollten ihn endlich live erleben: "Das ist bestimmt was ganz anderes." Um auf der Bühne des Capitol Theaters die Comedians Frank Fischer, Markus Barth, Mark Britton, Götz Frittrang und Fred Timm zu sehen, reisten die beiden aus der Nähe von Aachen an.

Viele der Zuschauer im nicht ausverkauften, aber gut gefüllten großen Saal sind von außerhalb. Das wird deutlich, als Moderator Fischer per Klatschtest zu ermitteln versucht, wie sich das Publikum zusammensetzt. Der Applaus auf die Frage "Wer kommt aus Düsseldorf?" ist eher leise. Ebenso der auf die Frage, wer aus dem "Speckgürtel und den umliegenden Wäldern" komme. Richtig laut wird es erst, als Fischer fragt, wer nicht aus dem Umland ist. Für die größte Aufregung sorgt Dormagen. Als jemand aus den vorderen Reihen den Namen dieser Stadt ruft, flippt eine siebenköpfige Frauengruppe in einer der mittleren Reihen vollkommen aus: Sie klatschen und jubeln. Ein Bühnentechniker schaltet extra die Saalbeleuchtung ein, damit Fischer mit den Frauen ein wenig über die Schönheit ihrer Stadt sprechen kann.

Und als es wieder dunkel ist, lässt Fischer in seiner Moderation immer wieder das Wort Dormagen fallen, um die sieben Frauen so zum Applaudieren zu bringen. Was die auch bereitwillig tun. Markus Barth, der nach Fischer die Bühne betritt, will von dieser Ekstase auch etwas abhaben und stellt sich so vor: "Ich komme aus Köln, wohne aber in Dormagen." Während der Jubel aufbrandet, murmelt er in sein Mikrofon: "Okay, das war jetzt billig." Benjamin Schruff

Quelle: RP
 
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