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Caught In The Act
90er-Boyband entdeckt Düsseldorf wieder

Caught In The Act: 90er-Boyband entdeckt Düsseldorf wieder
Feiern zu dritt ihr Comeback: Lee Baxter (vorne v. l.), Eloy de Jong und Bastiaan Ragas (hinten re.), hier mit Ingo Nommsen. FOTO: andreas bretz
Düsseldorf. Sie hat lange warten müssen. Sehr lange sogar. 18 Jahre, die Zeit, in der ein Mensch erwachsen wird. All die Jahre haben sie nicht abschrecken können, es ist ein Gefühl, das sie durch ihre Jugend begleitet hat, sie an Schönes erinnert: die Musik der britisch-niederländischen Boyband Caught In The Act, die sich 1998 trennte.

Auch auf der Haut hat sie sich das Logo CITA verewigen lassen. Heute ist Anja Schiefegger 34 und steht im Regen vor dem Golzheimer ZDF-Studio. Drinnen sitzen Bastiaan Ragas (44), Lee Baxter (45) und Eloy de Jong (43) und frühstücken vor der Kamera. "Jetzt mal bitte keine Fotos, ich muss essen", sagt Ragas nach der Sendung und schiebt sich ein Stück Kuchen in den Mund. Die drei sind in Eile, haben nur eine Stippvisite in Düsseldorf eingelegt, obwohl sie an die Landeshauptstadt gute Erinnerungen haben. "Schön nah an der niederländischen Grenze", findet Lee Baxter, der in Großbritannien lebt, aber für Proben nach Amsterdam reist.

Früher, sagen die drei, seien sie oft hier gewesen, waren fast mehr in Deutschland als zu Hause. Am Vorabend zu "Volle Kanne" reisten sie an, dann Abendessen und eine Nacht im Hilton, früh raus, ins Fernsehen. Baxter erzählt dort, dass er seit einem Jahr einen Freund hat. Love Is Everywhere. Das singen sie zum Schluss. Einer ihrer großen Hits. Es könnte vom Eurovision Song Contest sein. "Wir wollen eine positive Musik machen, es geht ums Mitsingen und Party machen. Und Liebe ist wichtig", sagt Ragas und schaut beschwörend. "In den 90ern war das Lebensgefühl geprägt von einer neuen Freiheit nach dem Mauerfall. Unsere Musik soll nicht zu heftig sein, nicht zu ernst."

Die frühen Musikvideos der Band sind sanft belichtete Projektionsflächen für die Sehnsüchte junger Mädchen: Immer wieder Nahaufnahmen von tiefbraunen Augen, die treuherzig dreinblicken, von muskulösen Oberkörpern, wippenden Haaren. Ihre Comeback-Tour beginnt im Spätherbst, allerdings ohne das frühere Bandmitglied Benjamin Boyce. "Wir haben mehrfach miteinander gesprochen, aber am Schluss hat er sich für seine Solo-Karriere entschieden", sagt Ragas. "Unsere Wahl war das nicht." Da waren's nur noch drei. Und die werden jetzt von der Boyband zur Manband. Mit Jacketts statt bauchfreier Shirts.

Geerdet wirken sie, unaufgeregt, angekommen. Bastiaan Ragas geht auch im ZDF-Studio ganz ungeniert ans Telefon, an ein schwarzes mit Hörmuscheln. Auch ein bisschen 90er irgendwie. "Polizei", sagt er und grinst. Fan Anja Schiefegger übrigens arbeitet bereits an einem Museum für die Band. Let This Love Begin.

Verena Patel

Quelle: RP
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