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Jens Strucks
Abiturient mit Gespür für Wolken

Jens Strucks: Abiturient mit Gespür für Wolken
Unter dem Namen "Wetterstrucksi" sagt Jens Strucks im Netz das Wetter für Düsseldorf voraus. FOTO: Andreas Bretz
Düsseldorf. Für dieses Wochenende macht Jens Strucks (22) wenig Hoffnung auf Sonnenschein. Heute: Schauer, morgen: Schauer und einzelne Schauer am Sonntag. "Bis Sonntag können so gut und gerne 30 bis 40 Liter pro Quadratmeter Regen fallen", schreibt er auf seiner Facebook-Seite "Wetterstrucksi". Unter diesem Namen sagt er im Netz das Wetter für Düsseldorf voraus. Angefangen hat er damit vor knapp vier Jahren, aber fürs Wetter hat sich der Unterrather schon als Kind interessiert. Dafür etwa, wie im Sommer ein Gewitter entsteht. "Erst sieht man nichts und dann verändert sich die Wolkenstruktur", erklärt der 22-Jährige. Das habe ihn schon immer fasziniert.

Deswegen sammelt er im Internet nahezu jeden Tag Daten zum Wetter und erstellt anhand dieser seine Vorhersagen. Eine Leidenschaft des Hobby-Meteorologen, die bei vielen Düsseldorfern, aber auch bei Ratingern oder Duisburgern gut ankommt. Diese kommentieren seine Beiträge, fragen nach Gewitterwahrscheinlichkeit und Prognosen für die Ferien, bedanken sich für seinen Einsatz. Die Resonanz der mehr als 4000 Facebook-Fans sei "echt Wahnsinn" - dafür, dass der Unterrather nur etwas Zeit investiere.

Seit er sich jeden Tag mit dem Wetter beschäftigt, hat er ein besseres Verständnis dafür, kann anhand der Wolken und ihrer Zugrichtung beispielsweise einschätzen, ob mit Gewitter zu rechnen ist. Manchmal zeigt sich das Wetter jedoch von seiner unberechenbaren Seite. Wie beim Pfingststurm 2014, an den sich Strucks noch genau erinnert. Der 22-Jährige beobachtete den Energiegehalt in der Atmosphäre, studierte Wetterkarten und sah am Pfingstmontag, dass sich ein Gewitterturm aufbaute. Am Abend schrieb er mehrere Gewitterwarnungen, bereitete seine Leser auf ein extremes Unwetter, Starkregen, Sturmböen und Hagel vor. "Ich hätte trotzdem nicht gedacht, dass es so heftig sein würde." Mehr als 100 Kommentare hat er an diesem Abend beantwortet - und war am Tag darauf schockiert von den Verwüstungen, die "Ela" angerichtet hatte. "Das war ein Wetterereignis, das man nicht so schnell vergisst."

Von sich selbst sagt er, er sei relativ wetterneutral: Bei Regen oder Frost geht er etwa joggen. Der Sport ist es auch, der ihn künftig in der Nähe Düsseldorfs hält. Der 22-Jährige will sich für ein Lehramtsstudium - Mathe und Sport - in Wuppertal bewerben. Er hatte zwischenzeitlich den Wunsch, Meteorologie in Verbindung mit Klimaforschung zu studieren. Das bietet seinen Worten zufolge nur eine Hochschule in Deutschland - die Uni Freiburg. "Damit hätte ich einen Kompromiss eingehen müssen." Er spielt seit er sechs Jahre alt ist Handball in der SG Unterrath und trainiert dort eine Jugendgruppe, acht- und neunjährige Mädchen. "Die sind mir sehr ans Herz gewachsen." Und auch die Wettervorhersagen möchte er nicht aufgeben - "solange es mir Spaß macht und ich Zeit dafür habe". Katharina Pavlustyk

Quelle: RP
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