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VarietÉ
Adrian Paul - ein Zirkuskind

VarietÉ: Adrian Paul - ein Zirkuskind
Adrian Paul (r.) ganz in seinem Element, wenn er auf der Bühne bei der Show Route 66 Rock'n'Roll spielt, FOTO: Ralf Schütt
Düsseldorf. Gitarre spielen, hat ihm Anca beigebracht. "Das war die Freundin meines Vaters, bevor er meine Mutter kennenlernte", sagt Adrian Paul und lächelt verschmitzt. Der Sohn des Roncalli-Chefs Bernhard Paul spielt ziemlich gut Gitarre und steht mit der Band Mean Machine um Sänger Max Buskohl als Rhythmus-Gitarrist auf der Bühne des Apollo Varieté. Ab und zu mit dabei: die ehemalige Lebensgefährtin von Paul sen., Profi-Musikerin Anca Graterol am Bass, heute 62.

Da spielt die Band klassische Rocksongs - von AC/DC bis Led Zeppelin - und die Zuschauer aller Generationen sind begeistert. Doch Paul jun. , gern im Hintergrund stehend, kann mehr als nur Gitarre spielen und Musik machen.

Bei dem derzeit laufenden Programm Route 66 hat er Regie geführt. Sein Erstlingswerk sozusagen.

Paul jun. hat zu jeder Akrobatik-Nummer den passenden Song ausgewählt . "Ich wollte schon immer so etwas machen", sagt er und meint damit den Rock'n' Roll im Apollo, wo es doch sonst zurückhaltender zugeht. Erst recht im Zirkus Roncalli fügt er hinzu. "Der ist ja poetisch", sagt er.

Immer wieder hat er seinem Vater in den Ohren gelegen, ob er nicht mal eine Rock-Show machen könne. Irgendwann hat Bernhard Paul dann Ja gesagt und den Sohn machen lassen. Als er die Show Route 66 konzipierte, hatte er sich jede Menge Videos auf Youtube angesehen. Über Facebook hat er die Künstler kontaktiert. "Das macht man heute so", sagt er. Allerdings hat er auch aus dem Fundus der Artisten schöpfen können, die im Zirkus Roncalli auftreten oder aufgetreten sind.

Er wusste von vorneherein, dass Tänzerinnen mit auf der Bühne sein sollten. Das ist in jüngster Zeit Standard im Apollo-Programm. Und so tanzt auch seine Freundin Jade Devine mit. "Sie war Capt'n im Moulin Rouge in Paris", sagt er stolz.

Tipps von Freunden hat er bekommen, und irgendwann begannen die Proben. Das war so eine Woche vor der Premiere. Da hat Vater Bernhard auch mal im Saal gegessen. "Aber er hat nichts gesagt", so Sohn Adrian. Heute weiß er, dass er seine Sache gut gemacht hat. So gut, dass regelmäßige Apollo-Besucher von einer der besten Shows seit Gründung des Varietés sprechen.

Der Junior ist übrigens ein echtes Zirkus-Kind. Geboren in München, Vater Wiener, Mutter Italienerin, besitzt er die italienische Staatsbürgerschaft. Zunächst ist er in die Zirkusschule gegangen, dann in eine in Leverkusen. Sein Beruf? Eine klassische Zirkusausbildung. "Ich bin ein Zirkusmensch", sagt er und er sei überall dort zuhause, wo Roncalli drüber stünde. Allerdings ist er inzwischen von Köln Richtung rheinabwärts gezogen und wohnt in Bilk. Und einen festen Job hat er auch: "Assistent der Abendspielleitung" im Apollo. Dort könne er sich auch seine Zukunft vorstellen.

Gemeinsam mit seinen Schwestern ist Adrian Paul auch schon im Apollo mit einer Rollschuhnummer aufgetreten. "Vielleicht ziehe ich die Rollschuhe auch noch mal an. Man weiß ja nie", sinniert der 25-Jährige. Garantiert aber wird er irgendwann wieder Regie führen. Und darauf können sich die Besucher schon jetzt freuen. Birgit Wanninger

Quelle: RP
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