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Pat Fabio Und Gordon Leif
Artisten-Duo wechselt seine Kleidung beim Jonglieren

Düsseldorf. Keulen in die Luft werfen und wieder aufzufangen, dabei lächeln und alles wieder von vorn - klassische Jonglage klingt irgendwie nicht mehr zeitgemäß. Die aktuelle Show im Apollo-Varieté beweist zurzeit das Gegenteil. Das Artisten-Duo "Strahlemann und Söhne" ist mit seinen fliegenden Keulen einer der Höhepunkt des Programms "Tulpen aus Amsterdam". Wenn Pat Fabio (48 Jahre) und Gordon Leif (47) auf die Bühne kommen, haben sie schnell die Sympathien der Damen auf ihrer Seite. Die charmanten Dressmen machen ihrem Künstlernamen "Strahlemann und Söhne" nämlich alle Ehre und präsentieren sich als dauerlächelnde, gut aussehende Gentlemen in Business-Garderobe. Wenn sie sich anfangs unvermittelt Gegenstände zuwerfen und durch die Luft wirbeln lassen, agieren sie perfekt miteinander. So mancher Zuschauer wird kaum mehr unterscheiden, welche Arme zu welchem Künstler gehören. Weil Pat und Gordon aber plötzlich beginnen, sich ihrer Kleidung zu entledigen und Hose, Hemd und Schuhe einander über einige Meter zuzuwerfen, jonglieren sie zwischendurch sogar in Unterwäsche - ganz zur Begeisterung der Zuschauer. So einen Erfolg hatten die Strahlemänner nicht immer. Kennengelernt haben sich Pat und Gordon während der 1980er Jahre auf der Fachhochschule für Artistik in Ost-Berlin. Danach trennten sich ihre Wege. Pat zog mit der Gruppe "The Falcons" durch Europa. Gordon war beim Deutschen Fernsehballett, beim Bayerischen Staatstheater München und am Metropol-Theater Berlin unter Vertrag. 1998 trafen sich die Artisten wieder und entwickelten ihre Show, in der sie gleichzeitig mit Keulen und Klamotten jonglieren. "Anfangs wollte uns kaum jemand engagieren", sagt Gordon. Viele Theaterchefs empfanden die Strahlemänner als Striptease-Show und als zu schlüpfrig. Aber mit den Jahren zeigte sich der Erfolg dieser schwungvollen Wurftechnik. Inzwischen tourt das Duo viele Monate im Jahr lang durch Deutschland und Europa. Immer im Gepäck: Nadel und Faden, denn bei ihrer rasanten Show geht es zuweilen ruppig zu. "Wir können kaum zählen, wie viele Reißverschlüsse wir im Lauf der Zeit zerrissen haben", sagen die Männer lachend. Auch so manche Hose und viele Hemden seien schon im Rampenlicht zerrissen. "Das gehört schon mal zur Show", sagt Pat und erzählt mit Berliner Lässigkeit, Nähte und Reißverschlüsse würden sie tagsüber selbst wieder flicken. "Unsere Mütter haben uns Handarbeit und Stopfen gut beigebracht."

"Tulpen aus Amsterdam" ist noch bis 5. Juli im Apollo zu sehen.

(lod)
 
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