| 00.00 Uhr

Sammler
Bei Panini-Bildern wird Kunsthändler Körs schwach

Sammler: Bei Panini-Bildern wird Kunsthändler Körs schwach
Seit der WM 1974 sammelt Wilhelm Körs Panini-Bilder. Jetzt widmet sich der 70-Jährige dem Heft "Düsseldorf sammelt Düsseldorf". FOTO: Andreas Bretz
Düsseldorf. Alles begann mit Briefmarken. Ganz klassisch. Jedenfalls war die Sammelleidenschaft von Wilhelm Körs geweckt. Dann wurde Deutschland 1974 in München Weltmeister, alle fingen an, Panini-Bilder zu sammeln und in die entsprechenden Alben zu kleben. Körs machte selbstverständlich mit. "Es gab eine innere Zufriedenheit, wenn das Heft voll war", erinnert sich der Kunsthändler.

Allerdings musste er auch vier Jahre warten, bis er sein Jagdfieber das nächste Mal ausleben konnte: Denn der Düsseldorfer sammelte zunächst nur Fußball-Bilder. Heute macht er das nicht mehr, dafür sei er zu alt, sagt der 70-Jährige und lächelt. Er schaut sich aber immer noch gerne seine alten Alben an und schwelgt in Erinnerungen. Es gibt kein Heft, das nicht komplett ist. Entweder wurden Bilder getauscht oder aber auch gekauft. Auch seine beiden Söhne hat Körs in den 1980ern mit seiner Sammelleidenschaft angesteckt. "Papa bringst du uns was von Panini mit?", war damals eine oft gestellte Frage.

Dass er keine Fußball-Bilder mehr jagt, heißt aber nicht, dass Körs seine Leidenschaft fürs Panini-Sammeln komplett aufgegeben hätte. Er hat nur sein Spektrum erweitert. Derzeit lebt er seinen Lokalpatriotismus ungehemmt aus - mit den Düsseldorfer Panini-Bildern.

"Würdest du den Heino gegen den Hinkel tauschen?" Derartige Anfragen bekommt Körs zurzeit häufig. Denn sein gesamter Freundes- und Bekanntenkreis weiß, dass er begehrte Stücke in seinem Repertoire haben könnte. Körs hat elf Alben gekauft, die er, wenn sie komplett sind, an Kunden, Freunde und Bekannte verschenkt. "Ich möchte Menschen, die einen Bezug zu Düsseldorf haben, eine Freude machen", erklärt er. Ein Album behält er als Lokalpatriot natürlich für sich selbst. Jeden Morgen geht er zum Kiosk und kauft sich 20 Tütchen mit Aufklebern. Die Sticker klebt er im Laufe des Tages an seinem Schreibtisch in der Galerie an der Börse ein.

Obwohl Körs die Rheinische Post seit 50 Jahren abonniert hat, hatte er die erste Ausgabe des Sammelheftes von 2010 verpasst. Umso mehr freut er sich über das aktuelle Album. "Für Düsseldorf ist das ganz toll. Das Heft ist sehr schön aufgemacht und ein Gewinn für die Stadt", sagt der Kunsthändler. Durch die große Bandbreite der Bilder sei für jede Altersgruppe von Sammlern etwas Interessantes dabei. Gut gefällt ihm auch die Idee, das Platt mit in das Heft einzubringen. "Das ist außergewöhnlich. Es passt zu Düsseldorf und bereichert die Sache. Man kann sich mit seiner Stadt identifizieren."

Körs kennt einige der abgebildeten Personen im Heft, ist aber besonders stolz über seinen eigenen Aufkleber. Natürlich kann so ein Album niemals das ganze Spektrum der Düsseldorfer Persönlichkeiten abbilden, aber dem 70-Jährigen hätte es schon gefallen, wenn auch Regisseur Wim Wenders einen Platz in dem Album gefunden hätte. Und noch eine Person vermisst er sehr: die Fortuna-Legende Mathes Mauritz: "Er ist eine Ausnahmepersönlichkeit in Düsseldorf. Schade, dass er nicht dabei ist. Er hätte sich mit seinen über 90 Jahren bestimmt darüber gefreut." Mauritz und Körs verbindet die große Liebe zur Heimat. Mauritz hat dem FC Bayern das Geld für einen Wechsel zurückgegeben. Lieber wollte er in Düsseldorf bleiben, denn dort war alles, was er brauchte. Körs erzählt, auch wenn er von einer reichen Tante eine Villa in Hamburg oder München geerbt hätte, wäre er niemals aus Düsseldorf weggezogen - obwohl das auch schöne Städte seien.

Alben und Sammelboxen mit 50 Stickertütchen sind für 1,50 Euro beziehungsweise 25 Euro unter "www.rp-online.de/panini" oder Telefon 0211 505-2255 erhältlich. Nicole Esch

Quelle: RP
 
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Sammler: Bei Panini-Bildern wird Kunsthändler Körs schwach


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.