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Boxen
Klitschko im Anflug

Boxen: Fury albert bei Staredown herum
Boxen: Fury albert bei Staredown herum FOTO: dpa, ve gfh
Düsseldorf. Wladimir Klitschko ist seit elf Jahren im Ring ungeschlagen. In dieser Zeit ist er auf viele Herausforderer getroffen - die meisten sind vor dem Kampf immer durch besonders derbe Sprüche aufgefallen. Tyson Fury versuchte es dagegen nun mit einem musikalischen Angriff auf den 38-jährigen Box-Weltmeister im Schwergewicht.

Der Engländer hat dem Ukrainer gestern beim öffentlichen Training im Terminal C des Düsseldorfer Flughafens kurzerhand ein Ständchen gesungen - und zeigte sich bei den Tönen erstaunlich treffsicher. Ein paar hundert Zuschauer drum herum waren angemessen ergriffen von der Darbietung.

Alle WM-Kämpfe des Wladimir Klitschko FOTO: AP

Der Bette-Midler-Song "Wind beneath my wings" hat er auf den Kampf gegen Klitschko angepasst: "Du bist der mit dem großen Ruhm, aber ich werde der mit den Gürteln sein", sang der 27-Jährige. Klitschko war begeistert von so viel Engagement. "Ich war wirklich beeindruckt", sagte er. "Im Singen hätte ich wohl keine Chance. Im Boxen sieht das anders aus." Fury würde im Falle eines Sieges wieder zum Mikrofon greifen. "Irgendwas von Rod Stewart würde ich dann singen", erzählte er. Ob es soweit kommt, muss bezweifelt werden - Auflösung dann am Samstag ab 22 Uhr (live bei RTL) in der Esprit-Arena.

Klitschko hat jedenfalls keine großen Bedenken, dass etwas schiefgehen könnte. "Erst zerstöre ich meinen Gegner mental, dann physisch. Ich bin ein Gegner, wie ihn Fury noch nie hatte", sagte er. Im Ring wolle er Fury mit einem Sieg therapieren. Denn ganz so nett wie bei der Gesangseinlage ist der Engländer nicht immer. Fury hatte neben Beleidigungen in Klitschkos Richtung mit einem Interview verstört, in dem er Homosexualität und Abtreibungen auf eine Stufe mit Pädophilie stellte. Zudem bezeichnete er den Boxport als dopingverseucht.

Batman Fury rauft mit dem Joker FOTO: dpa, ar mr

Im Gegensatz zu seinem Gegner aus England bewegt sich Wladimir Klitschko in gewohnter Umgebung. Es ist das vierte Mal, dass der 39-Jährige in Düsseldorf für einen Kampf antritt. Erstmals boxte er 1999 in der Landeshauptstadt, damals noch in der deutlich kleineren Philipshalle. Der Kampf am Samstag ist nun bereits der dritte, der in der Arena stattfindet. Alle Begegnungen in Düsseldorf gewann Dr. Steelhammer, so sein Spitzname, übrigens durch K.o.

Klitschkos Vorliebe für Düsseldorf hängt nicht nur mit dem sportlichen Erfolg zusammen. In Oberkassel ist sein Physiotherapeut Aldo Vetere ansässig, für den Klitschko auch mal aus den USA anreist. Von seiner aktuellen Unterkunft hat es der Boxweltmeister nicht weit bis zur Praxis. Klitschko ist im Hyatt im Medienhafen abgestiegen.

Wilder siegt, hofft auf Klitschko und schmust mit der Tochter FOTO: ap

Wer den Kampf Klitschko gegen Fury erleben möchte, hat gute Chancen, noch Karten zu bekommen. Knapp 42.000 Karten sind für das Event verkauft. Tickets ab 31 Euro gibt es im Internet unter www.westticket.de und unter 0211 274000.

Gianni Costa / Jan Wiefels

Quelle: RP
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