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Thorsten Burkhardt
Carlsplatz-Händler verkauft Korbwaren nach Australien

Thorsten Burkhardt: Carlsplatz-Händler verkauft Korbwaren nach Australien
Carlsplatz-Händler Thorsten Burkhardt FOTO: Zimmermann
Düsseldorf. Fünf Tage in der Woche ist er mit seinem angestammten Marktstand am Carlsplatz präsent. Vom heimischen Küchentisch in Mönchengladbach aus aber verkauft Thorsten Burkhardt (44) seine Korbwaren in alle Welt. "Das Internet ist für Nischenhändler wie uns eine tolle zusätzliche Plattform", sagt der Korbhändler, der aus einer alten Marktbeschicker-Familie aus Düsseldorf stammt.

Es gibt Waschkörbe aus heller Weide, Einkaufskörbe aus Franken, mit Wasserfarben in Blautönen eingefärbt. Marokkanische Taschen, aus Palmblatt geflochten. Kenianische Korbtaschen, aus Sisal gewebt, mit den charakteristischen Streifen in Erdtönen, und kleine Möbel aus Rattan. Früher bediente die Familie auch andere Märkte, etwa in Hilden und Solingen, doch die anderen Familienmitglieder sind zu alt oder zu jung, um einen Stand zu betreuen - so vertreibt Burkhardt seine Waren online, über Amazon. Bestseller ist ein Korbtablett mit zwei Griffen, das mit gemustertem Stoff und abwaschbarer Folie ausgeschlagen ist. Auch die Puppenwagen sind gefragt. "Ich habe letztes Jahr 100 Stück verkauft, 15 auf dem Markt und 85 übers Internet, zwei davon bis nach Australien." Für den Klassiker hat der Kunde 47 Euro Porto gezahlt. An der Bauweise der Puppenwagen hat sich in den letzten 30 Jahren nichts verändert: "Nur: Dieses Jahr machen wir die Wagen ein bisschen größer, damit die Baby-Born-Puppen rein passen, die sind nämlich etwas dicker geworden", sagt Burkhardt.

Neben dem Verkauf repariert der Handwerker auch Korbmöbel und erneuert Bespannungen. Es gibt nur noch wenige Betriebe, die solche Arbeiten fachgerecht ausführen. "Neulich brachte mir ein Kunde Stühle aus seinem Ferienhaus in Mallorca, weil er vor Ort niemanden fand, der noch so arbeitet", sagt Burkhardt.

Für die Zukunft ist er optimistisch. "Ich mache mir gar keine Sorgen um die Zukunft. Ich habe viele Aufträge und kriege positives Feedback von den Kunden," sagt der Vater von vier Kindern, der demnächst zwei Häuser weiter, in einer alten Schnürsenkelfabrik, einen Lagerverkauf eröffnen will.

(bez)
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