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Karneval
CDU-Frauen zoffen sich im Venetienclub

CDU-Frauen zoffen sich im Venetienclub
Die ehemaligen Venetien, hier in Pink bei einer Feier im Rhengoldsaal mit dem verkleideten ehemaligen Prinzen Peter König. FOTO: Jürgen Markus
Düsseldorf. Im Venetienclub hängt der Haussegen schief. Angela Erwin, Mitgründerin und elf Jahre lang Präsidentin des Vereins, in dem alle ehemaligen Venetien Mitglied sind, gibt ihren Austritt bekannt. Von Arne Lieb und Denisa Richters

Sie wehrt sich damit gegen die, so Erwin, "haltlosen Unterstellungen, Vorwürfe und Halbwahrheiten", die in den letzten Tagen nicht nur intern, sondern auch öffentlich gegen sie vorgebracht worden seien.

Mit dem Austritt kommt sie ihrem möglichen Ausschluss zuvor. Die Vereinsspitze, namentlich Präsidentin Ute Heierz-Krings und Geschäftsführerin Heidrun Leinenbach, hat nach einem Votum der Mitglieder am Montag ein entsprechendes Verfahren eingeleitet. Man wirft Erwin vor, Interna ausgeplaudert und Sponsoren negativ beeinflusst zu haben. In einer Sondersitzung der 28 Venetien sollte, so hatte die Mehrheit in Abwesenheit Erwins beschlossen, am 15. März über den Ausschluss entschieden werden - das hat sich nun erledigt.

Um Karneval geht es nur am Rande

Um Karneval geht es in dem Streit nur am Rande. Tatsächlich dürfte ein politischer Konflikt der Auslöser sein. Erwin und Leinenbach haben beide politische Ambitionen in der CDU - mit unterschiedlichem Erfolg. Leinenbach hatte im Sommer als Kreisvorsitzende kandidiert. Das war von den Unterstützern von Amtsinhaber Thomas Jarzombek, zu denen Erwin zählt, als Kampfansage gewertet worden. Leinenbach erhielt schließlich nur knapp 20 Prozent der Stimmen. Erwin wurde Jarzombeks Stellvertreterin.

Der Zoff unter den Venetien eskalierte offenbar vor kurzem in der Whatsapp-Gruppe des Vereins. Dort, so schreibt Erwin in einer Stellungnahme, habe sich Leinenbach "in unpassender Weise" über einen weiteren Parteifreund geäußert, CDU-Ratsherrn Andreas Hartnigk -"nebenbei bemerkt ein Freund unserer Familie", so die Tochter des verstorbenen Oberbürgermeisters Joachim Erwin. Minuten später habe Leinenbach sie aus der Gruppe ausgeschlossen. Leinenbach und Heierz-Krings werfen Erwin wiederum vor, sie habe den vertraulichen Inhalt des Chats weitergegeben, in der Folge habe sich ein Sponsor zurückgezogen. Das bestreitet sie. Auch Füchschen-Chef Peter König habe sie nicht gedrängt, aus dem Sponsoring auszusteigen, so Erwin.

Keiner will die Quelle gewesen sein

Nachdem in dieser Woche ein erster Pressebericht über Streit im Club erschienen war - dessen anonyme Quelle keine der Beteiligten gewesen sein will -, geht Erwin öffentlich in die Offensive. Sie beklagt, Leinenbach habe den Club für ihre Ambitionen politisiert. Die Geschäftsführerin habe ein Interview zu ihrer Kandidatur auf der Facebook-Seite des Clubs gepostet.

Ute Heierz-Krings sagte nach Rücksprache mit Heidrun Leinenbach unserer Redaktion, die aktuellen Vorwürfe gegen Erwin seien nur das "i-Tüpfelchen" gewesen, der Streit im Verein reiche länger zurück. Man habe die Dinge aber intern besprechen wollen. "Schade, dass Angela Erwin das jetzt über die Presse macht." Genau so hätten die Mitglieder schon von ihrem Rücktritt als Präsidentin im April 2015 erfahren. Heierz-Krings sagt, Leinenbach habe keineswegs die Politik in den Verein gebracht, "dafür stehe ich mit meinem Namen ein". "Wir sind ein Karnevalsverein, und mehr wollen wir auch nicht sein."

Quelle: RP
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