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Ausstellung
Christo glänzt mit "Floating Piers" und Absage an Trump

Ausstellung: Christo glänzt mit "Floating Piers" und Absage an Trump
Marion Müller-Thurmann (l.), Wolfgang Volz, Marion Müller-Thurmann - Tochter und Mutter haben den exakt selben Namen. FOTO: Anne Orthen
Düsseldorf. Im Sommer 2016 verlebten Katharina und Manuel Jakubith drei unvergessliche Tage auf den "Floating Piers" am Lago d'Iseo. Wegen dieser schönen Erinnerungen reiste das Ehepaar zur Vernissage des Fotografen Wolfgang Volz jetzt aus Münster an. Der Wegbegleiter der für die "Floating Piers" verantwortlichen Künstler Christo & Jeanne-Claude zeigt seine beeindruckende Bilderserie bis zum 7. Oktober in der Galerie Till Breckner. Erste Bilanz: 27 rote Punkte auf der Preisliste, das bedeutet 27 verkaufte Fotos, handsigniert von Christo und Wolfgang Volz. Sie werden in limitierten Auflagen zu Preisen zwischen 9000 und 23.000 Euro gehandelt.

Viele Gäste der Vernissage verbanden persönliche Erlebnisse mit Christos magischen Projekten. Der Düsseldorfer Grafik-Designer Thomas Fuchs und seine Frau Tatjana etwa machten 1991 ihre Hochzeitsreise zu den gelben "Umbrellas" nach Kalifornien: "Ich spüre noch immer diese fast heilige Stille", sagt er. "Die Menschen waren so entspannt." Auch Kunsthistorikerin Margarethe Hartmann spazierte über "The Floating Piers" in Italien: "Das waren Gänsehaut-Momente." Marion Müller-Thurmann betrachtete die Bilder eingehend: "Großartig, wie Christo es geschafft hat, eine Strecke übers Wasser begehbar zu machen." Ihre Mutter Marion Müller-Thurmann (tatsächlich gleicher Name) stimmt ihr zu, sie war auch schon von "The Wall" im Gasometer Oberhausen fasziniert. Nebenbei erzählten die Ärztinnen, sie hätten in ihrer Familie drei Mal die "Rheinische Post" abonniert: "Jeder will sie jungfräulich."

Wolfgang Volz plauderte im Gespräch mit Kunstkritiker Klaus Honnef eine verblüffende Neuigkeit aus: Die lange geplante und schon in der Endphase befindliche Fluss-Überspannung "Over the River" in Arkansas fällt buchstäblich ins Wasser - weil Grund und Boden zwischenzeitlich den Besitzer wechselten. Der jetzige Eigner sei der amerikanische Präsident Donald Trump. Und Christo behagte die Vorstellung nicht, sich gemeinsam mit dem US-Präsidenten in dem Projekt zu sonnen. Dann lieber verzichten, soll seine Entscheidung gewesen sein.

(go)
 
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