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Musik
Das Geheimnis des Duos Rosenpfeffer

Düsseldorf. Das Duo Rosenpfeffer tickt im selben Rhythmus. Und so spürten Nicolai Burchartz und Noémi Schröder zur gleichen Zeit, dass jetzt der richtige Moment für ihre erste eigene CD gekommen war. Elf Lieder, in vier Jahren von Nicolai komponiert und getextet, wurden an nur zwei Tagen im Düsseldorfer Tonstudio von David Ropertz aufgenommen. "Alle live eingespielt, bis auf den einen, auf dem Noémi fünfstimmig singt", sagt der Musiker.

Die Feuertaufe mit dem Album "Dein Herz hört zu" hat das Duo kürzlich bei einem Konzert in Düsseldorf bestanden. Der nächste Auftritt in der Stadt ist dann wieder einem anderen Thema gewidmet, passend zum beginnenden Advent: "Stille Nacht - 10 Tipps für wirklich entspannte Weihnachten" heißt es am 27. November um 16 Uhr. Ort des klangvollen Geschehens: Düsselbühne im Thoulis. "Eine bunte Mischung aus Theater, Comedy und Musik", kündigt der aus Meerbusch stammende Nicolai Burchartz an. "Und immer mit einem Augenzwinkern. Wir stricken in jedem unserer Programme besondere Geschichten und haben sehr unterschiedliche Bühnencharaktere, die sich gern mal streiten. Noémi und ich können uns natürlich auch nicht einigen, wie Weihnachten gefeiert wird." Gut die Hälfte seiner Auftritte absolviert der Musiker mit der Halbfranzösin, die sonst in Musicals oder mit ihrer Band "Les Ricochets" auf der Bühne steht. Jenseits des Duos Rosenpfeffer tritt Nicolai Burchartz mit seinem Solo-Projekt "Innenstimmen" auf, mit der spanisch inspirierten Band Salao und mit seinem Bruder Christoph Burchartz, auch er ist Gitarrist und Sänger.

Dass der vielseitige Musiker und Komponist heute so frei wie nie zuvor aufspielen kann, hängt mit einem Bekenntnis zusammen, das wohl keinem Menschen leicht fällt: Geboren als Heike, setzte Nicolai Burchartz bald nach dem Abitur den Entschluss um, sein Geschlecht zu wechseln. Er studierte damals in England, das machte es einfacher, wie er sagt. Und trotzdem sei es ein harter Weg gewesen. Verheimlicht hat er sein Schicksal nie, aber eben auch nicht veröffentlicht. Warum hielt er diesen Schritt jetzt für angebracht? "Dafür gibt es mehrere Gründe", antwortet er. "Der Gedanke, dass ein Anderer mich outet, behagte mir nicht. Ich wollte die Zügel selbst in der Hand halten." Noch wichtiger aber erschien ihm ein zweiter Aspekt: "Ich bin froh, dass ich ein Mann bin und auch so aussehe", sagt der Künstler. "Aber die Geschichte des Mädchens, das ich einmal war, darf nicht ganz verschwinden. Sie gehört zu mir, ist ein Teil meines Lebens."

Vor 15 Jahren wäre es ihm noch nicht so gut gelungen, über seinen Wandel zu sprechen, glaubt er. "Ich meine auch nicht, dass alle transidenten Menschen so handeln müssen wie ich. Für mich fühlt es sich richtig an." Nicolai Burchartz wohnt ländlich zwischen Düsseldorf und Wuppertal. Er ist verheiratet und erzählt in einem Blog von seinen Erfahrungen als "Transmann".

Regina Goldlücke

Quelle: RP
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