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Egzon Osmani
Das Regenbogenland hat einen neuen Botschafter

Egzon Osmani: Das Regenbogenland hat einen neuen Botschafter
"So ein Kinderhospiz ist nicht so schlimm, wie ihr denkt." Egzon Osmani spricht als erster Kinder- und Jugendbotschafter des Hauses. FOTO: Hans-jürgen Bauer
Düsseldorf. Zuerst war es nur ein Scherz. Der langjährige Besucher und Patient Egzon Osmani und Melanie van Dijk, Geschäftsführerin des Kinderhospiz Regenbogenland, sind seit langem Facebook-Freunde und chatten regelmäßig. In einem dieser Gespräche schlug der 21-Jährige vor, einmal Botschafter zu werden und meinte dies eigentlich nur als Witz. Seine Idee löste jedoch sofort Begeisterung aus.

Nun ist er seit einer Woche im Amt, als erster Kinder- und Jugendbotschafter, und Melanie van Dijk ist sich absolut sicher: "Das war genau die richtige Entscheidung." Denn eines unterscheidet ihn klar von den anderen prominenten Botschaftern: Er weiß, wovon er spricht. Aufgrund von spinaler Muskelatrophie ist er auf den Rollstuhl angewiesen und kommt nun seit zehn Jahren regelmäßig in das Regenbogenland.

Dadurch kennt er sich bestens aus. Er weiß genau, wie das Haus funktioniert, wer für welche Aufgaben zuständig ist und mit wem man am besten Shoppen gehen kann. Und er erklärt auch, wie nahe sich das Leben und der Tod an diesem Ort sind, und dass das vollkommen okay ist. In seiner Rolle als Botschafter möchte er besonders Eltern erklären, dass das Kinderhospiz ein toller Ort ist und keineswegs traurig.

"Eltern geben ihre Kinder nicht gerne ab", sagt er, und das sei auch ganz natürlich. Osmani selbst hat seine Zeiten im Regenbogenland aber immer als Urlaub gesehen und genossen. Als Fußballfan hat er hier die Möglichkeit bekommen, Spiele im Stadion mitzuerleben, und er geht abends mit Mitarbeitern in die Altstadt oder einfach einkaufen. Erst vor ein paar Tagen waren alle zusammen beim Musical "Starlight Express" und haben die Show genossen.

Und genau das möchte er vermitteln: Das Kinderhospiz ist ein lebendiger, fröhlicher Ort. In seinem neuen Amt kommt nun einiges auf ihn zu: Führungen durch das Hospiz, Spendenübergaben, Gespräche mit potenziellen Spendern. Die allgemeine Begeisterung ist groß. Auf Facebook hat seine Amtsbekanntgabe schon über 10.000 Menschen erreicht.

(stt)
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