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Fußball-Jux-Turnier
Dem Schack seine Mädchen

Fußball-Jux-Turnier: Dem Schack seine Mädchen
Marie Bäsecke konnte sich auf ihr Team verlassen. Die Anaconda Guerillio Kicker ließen die junge Frau gestern am Flinger Broich nicht im Regen stehen. FOTO: Andreas Endermann
Düsseldorf. Es war bereits die fünfte Auflage des Turniers um die wohl begehrteste Trophäe des Universums. Doch sie stand unter keinem guten Stern: Acht Stunden lang regnete es quasi ohne Unterbrechung, als gestern auf dem Fußballplatz des SC Flingern "Dem Schack Norris sein Cup" ausgespielt wurde.

Anderswo wäre eine derart meteorologische Ungerechtigkeit bei einer Freiluftveranstaltung mit konsequentem Fernbleiben quittiert worden, bei dem Kleinfeld-Fußballturnier für Teams aus der Düsseldorfer Medien-, Musik-, Mode- oder Gastroszene bewies der harte Kern der kickenden Kreativen allerdings Durchhaltevermögen. Zwar erschienen vier der insgesamt 32 gemeldeten Mannschaften nicht, der Rest schleppte sich jedoch tapfer triefend durch den Tag. "Wir ziehen das hier eisern durch", betonte Turnierchef Kay Schlossmacher.

Das galt besonders für die vielen jungen Frauen und Mädchen, die Teil der gemischten Teams mit so wunderschönen Namen wie Karrierebastler, Kunstschützen oder Buntkicktgut waren. Sie scherten sich keinen Deut um ihr Äußeres, sondern stellten mit Blutgrätschen, Flugkopfbällen und auch dem einen oder anderen Treffer unter Beweis, dass sie nichts zu verschenken hatten. Frauenpower auf dem Platz war bereits in den vergangenen Jahren eine fester, aber eben nicht strikt reglementierter Bestandteil von "Schack sein Cup", dieses Mal musste bei jeder Mannschaft mindestens eine Frau und ein Kind bis 14 Jahre mitspielen. "Das tut dem Turnier gut, es fehlt so gut wie jegliche Aggressivität, alles geht sehr viel friedlicher und nicht so verbissen zu", freute sich Tina Husemann, die sich um die Organisation kümmerte. So ganz konnte das Gewinnenwollen dann aber doch nicht aus den Köpfen aller Teilnehmer verbannt werden, hier und da war der Ehrgeiz unverkennbar. Beim Ohme Jupp stand ein gewisser Michael Melka zwischen den Pfosten, der vor noch gar nicht so langer Zeit bei Fortuna Düsseldorf das Tor hütete.

Dass im Verlauf des Nachmittags sogar Pyrotechnik eingesetzt wurde, hatte allerdings nichts mit Vernebelungstaktik zu tun, sondern sollte offenbar allein den Spaßfaktor unterstreichen. Die Polizei, wie Schlossmacher berichtete, fand das weniger lustig und schaute für eine ermahnende Stippvisite vorbei.

Alles andere als ernst ging es im Spiel zwischen den Big Macs, die mit Björn-Borg-Gedächtnisperücken aufliefen, und "Dem Optik Kittel sein Team" zu. Letztere bauten mit Schwimmnudeln einen Defensivriegel auf, trugen überdimensionale Handschuhe und lässige Schirmmützen. Einen wahren Augenschmaus bescherten dem Turnier zudem die weiblichen Fans, die nach einem Treffer ihres Teams im Putzfrauen-Outfit Staubfeudel schwingend den Platz stürmten und eine nicht ganz jugendfreie Rudelbildung anzettelten. Marc Ingel

Quelle: RP
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