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Andreas Niemann
Der große Sammlerix

Andreas Niemann: Der große Sammlerix
Andreas Niemann hat Europas zweitgrößte Sammlung von Asterix-Ausgaben. In seiner linken Hand hält er eine Ausgabe in Düsseldorfer Platt (von Monika Voss), in der rechten Hand eine Ausgabe in Farsi. ___ FOTO: Hans-Jürgen Bauer
Düsseldorf. Vor einer Woche ist der 36. Asterix Band "Der Papyrus des Cäsar" erschienen, sehnsüchtig erwartet von Andreas Niemann. Der Düsseldorfer ist leidenschaftlicher Sammler der Comic-Reihe, und das seit 43 Jahren. Inzwischen besitzt er mit 1627 Ausgaben in 116 Sprachen - darunter Fârsi, Bengalisch und Kantonesisch - die zweitgrößte Sammlung in Europa. "Mit neun Jahren habe ich meinen ersten Band 'Asterix bei den Schweizern' am Kiosk gekauft. Ich war total begeistert", sagt der 52-Jährige. Weitere Käufe folgten. "Dann haben mir meine Eltern einen Band in Englisch geschenkt, damit ich die Sprache lerne." Die Rechnung ging auf. Niemann beherrscht heute sieben Sprachen sehr gut und rudimentär weitere 20 Sprachen.

Deshalb sammelt er die Asterix-Bände aus der ganzen Welt nicht nur für das Regal, sondern versucht diese auch zu lesen. Manchmal benötigt er für eine Folge mehrere Wochen und hat sich dafür einen Ordner angelegt, in dem sich etwa das koreanische Alphabet oder Erklärungen für chinesische Schriftzeichen befinden. "Was mir so an den Asterix-Bänden gefällt, ist der ungeheure Wortwitz, der sich auch in anderen Sprachen wiederfindet." Seine Lieblingsfigur, der Fischverkäufer Verleihnix, heißt beispielsweise auf Hebräisch Ekel und auf Schwedisch Stinknix. "Außerdem mag ich es, wie liebevoll und mit einem Augenzwinkern die Vorurteile über andere Nationen bedient werden - und die vielen kleinen Details am Rande der Geschichte."

"Asterix im Land der Götter" in der dritten Dimension FOTO: dpa, bsc

Rund 400 Hefte fehlen Niemann noch für seine Sammlung, dann besitzt er alle bisher auf der Welt erschienenen Asterix-Bände. Er sucht im Internet, auf Märkten und bei Sammlertreffen. Manchmal reist er in andere Länder in der Hoffnung, einen fehlenden Band aufzustöbern. So war jüngst Schottland sein Ziel. "Aber mein bisher teuerstes Heft war mit 111 Euro eine thailändische Erstausgabe von 1980."

Am kompliziertesten war für Niemann jedoch, eine Ausgabe aus Grönland zu erhalten. "Dort ist die Geschichte in den 1980er Jahren nur als Fortsetzungsgeschichte schwarz-weiß in einer Zeitung erschienen. Ich habe dann über das Internet Kontakt mit der grönländischen Nationalbibliothek aufgenommen, die Folgen kopiert und sie anschließend farbig gestaltet", sagt der Sammler. Einfacher ging es mit einer koreanischen Ausgabe. "Die habe ich ohne jedes Problem auf der Immermannstraße erstanden." Schwierig wird es, wenn es sich um kleine Auflagen handelt. "Einen Band zu ergattern, der auf Singhalesisch erschienen ist, kommt der erfolgreichen Suche nach einer Blauen Mauritius gleich."

Wünschen würde sich der Sammler, dass weitere Ausgaben auf Düsseldorfer Platt herausgegeben werden. "Die Kölner haben bereits sechs von Kalle Pohl übersetzte Bände. In Düsseldorf hat bisher Monika Voss einen einzigen Band übersetzt. Aber der ist großartig." Die "Goldene Sichel" wurde bei der Mundartexpertin kurzerhand zum "Dat Köschemetz us Jold" und Hund Idefix heißt bei ihr Dädehtnix. Und wie gefällt Niemann der neueste Asterix-Band? "Das ist der beste Band seit mehr als 20 Jahren. Für mich ist das Weltliteratur. Ich bin gespannt, was darauf folgen wird." Julia Brabeck

Quelle: RP
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