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Boulevard-Theater
Der König stottert an der Kö

Düsseldorf. Hausherr René Heinersdorff steht derzeit in München auf der Bühne, wird aber in seinem "Theater an der Kö" prominent vertreten. Dort hat sich die englische Königsfamilie einquartiert. Morgen feiert das feinsinnige Kammerspiel "The King's Speech" Premiere. Regisseur Claus Helmer, der damit bereits in Frankfurt erfolgreich war, hat für Düsseldorf eine Neuinszenierung mit einem frisch formierten Ensemble konzipiert. Die Protagonisten aber sind dieselben: Christopher Krieg spielt Albert ("Bertie"), den stotternden Herzog von York, der gegen seinen Willen König werden muss, Hartmut Volle seinen exzentrischen Sprachlehrer Lionel Logue.

Die Handlung greift eine historische Begebenheit aus dem Jahr 1925 auf und zirkuliert danach auf zwei Ebenen. Einer politischen, weil Europa durch Nazi-Deutschland und Hitlers Aufstieg von einem Weltkrieg bedroht wird. Deshalb treten auch Winston Churchill (Thomas Gimbel), Premierminister Baldwin (Horst R. Naase) und der Erzbischof von Canterbury auf. "Die Kirche hatte viel Macht, meine Figur ist keine angenehme", sagt Frank Büssing. Nicht gerade sympathisch wirkt auch der vorherige König George V., er sei spießig und nicht sehr intelligent, sagt Schauspieler Manfred Molitorisz.

Der Fokus von "The King's Speech" liegt jedoch auf der sich anbahnenden Freundschaft zwischen dem König und seinem Therapeuten. "Die Männer sind komplett gegensätzlich, das macht den Reiz dieses Stoffes aus", sagt Claus Helmer. So groß war ein Ensemble nur selten in diesem Theater. Susanne Steidle spielt Elizabeth, die Gattin des Königs: "Die Spezifizierung der englischen Rose. Die große Liebe des Paares ist belegt und hat sie durch die schweren Zeiten getragen." Claus Thull-Emden sieht seinen Part als Prince of Wales kritisch: "Ein leichtlebiger Charakter, der wenig denkt" - und auf den Thron verzichtet wegen Wallis Simpson (Iris Arndt, sie spielt auch Myrtel, die Frau des Therapeuten). Einig sind sich alle über die schöne Arbeit mit Regisseur Helmer, "einem Menschen", so Frank Büssing, "der so sehr das Theater liebt und so voller Hingabe und Geduld ist."

"The King's Speech" ist bis 8. Oktober im Theater an der Kö in den Schadow Arkaden zu sehen.

(go)
 
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