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Deutscher Fernsehpreis
Das Schaulaufen der Stars

Deutscher Fernsehpreis 2016: Roter Teppich in Düsseldorf
Deutscher Fernsehpreis 2016: Roter Teppich in Düsseldorf FOTO: dpa, rve pil
Düsseldorf. Wer sagt, dass Stars immer oberflächlich sein müssen? Beim Schaulaufen auf dem Roten Teppich vor der Verleihung des Deutschen Fernsehpreises in der Rheinterrasse schlugen am Mittwochabend viele Größen der Branche ernste Töne an. Von Jan Wiefels

Anlässe waren die Ereignisse der Silvesternacht in Köln und der Anschlag von Istanbul. "Das Thema Terror stimmt mich wütend, nicht ängstlich", sagte Schauspielerin Sophia Thomalla. Auch ihre Kollegin Jessica Schwarz gab zu, häufiger über Terrorgefahr nachzudenken. Die Schauspielerin Christine Urspruch, dem großen TV-Publikum als Assistentin von Jan-Josef Liefers aus dem Münster-"Tatort" bekannt, betonte, dass sie die Privilegien der Freiheit schätze.

Neben diesem gab es ein weiteres großes Thema: die Fortsetzung des Deutschen Fernsehpreises, der in Düsseldorf und nicht mehr wie zuvor in Köln verliehen wird. "Es ist grundsätzlich schön und richtig, dass es den Preis wieder gibt", sagte Moderatorin Anne Gesthuysen, die gemeinsam mit ihrem Ehemann Frank Plasberg zur Preisverleihung gekommen war. Die Tatsache, dass der Preis nun in der Landeshauptstadt verliehen wird, reichte von emotionaler Zustimmung ("Ich biete mich jedem als Stadtführer an", RTL-Moderator Wolfram Kons) bis hin zu Gleichgültigkeit. So merkte Sängerin Yvonne Catterfeld an, dass es ihr bei der Anreise aus Berlin nicht so wichtig sei, ob sie nun Köln oder Düsseldorf ansteuere. Leichte Irritation gab es allenfalls darüber, dass die Verleihung eines Fernsehpreises ohne Übertragung im TV auskommt - das bekundete zum Beispiel Steven Gätjen, der durch die Moderation der Sendung "Schlag den Raab" weiß, was es heißt, live zu moderieren.

Doch egal in welcher Stadt eine Preisverleihung stattfindet, am Ende zählt für die meisten Gäste, ob sie eine Auszeichnung mit nach Hause nehmen können. In dieser Hinsicht war Enthüllungsjournalist Günter Wallraff besonders privilegiert. Bereits am Montag war bekanntgeworden, dass der Kölner mit dem Ehrenpreis ausgezeichnet wird. Der 73-Jährige, der zum Anzug dunkle Mütze und Schal trug, war mit drei seiner fünf Töchter in die Rheinterrasse gekommen. "Die anderen beiden sind leider krank beziehungsweise beruflich verhindert", sagte er. Gleichzeitig gab Wallraff zu, etwas mit seiner Rolle an diesem Abend zu fremdeln: "Ich bin es nicht gewohnt, geehrt zu werden." Auszeichnungen wie der Fernsehpreis seien neben der Einschaltquote ein Aspekt, mit dem sich Erfolg bemessen lasse, sagte Harald Krassnitzer, der im Wiener "Tatort" Chefinspektor Moritz Eisner spielt. Andererseits komme aber auch vor, dass schauspielerisch gelungene Produktionen einen schlechten Sendeplatz bekämen.

Der Abend in der Rheinterrasse war für einige der geladenen Gäste nicht nur Anlass, um erfolgreiche Kollegen zu würdigen. Für sie ging es darum, aufzufallen. Das gelang vor allem Sophia Thomalla, die ein in Teilen durchsichtiges Kleid mit Schleppe und Strasssteinen trug. Ebenfalls vorne dabei war Jorge Gonzalez. Er kam in einem Hosenanzug, der ebenfalls leicht transparent war, und natürlich auf Highheels.

Ausschnitte des Fernsehpreises sind im TV zu sehen. Der Sender Einsfestival zeigt am Donnerstag ab 21.45 Uhr Höhepunkte der Preisverleihung.

Quelle: RP
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