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Fünf Lieblingsorte - Annette Krohn
Die bunte Seite der Stadt

Fünf Lieblingsorte - Annette Krohn: Die bunte Seite der Stadt
Annette Krohn im damenundherren an der Oberbilker Allee. Für die 45-Jährige ist der Kulturverein ein zweites Wohnzimmer. FOTO: Andreas Endermann
Düsseldorf. Annette Krohn (45) bezeichnet sich selbst als "Literaturjunkie" - und hat ihre Leidenschaft für Bücher zum Beruf gemacht. In der Zentralbibliothek ist sie Lektorin für Belletristik. Sie ist damit verantwortlich für rund 42 000 Medien und entscheidet über die Neuerwerbungen in diesem Bereich. Außerdem organisiert sie das literarische Veranstaltungsprogramm. Klar, dass auch einige weitere ihrer Lieblingsorte in Düsseldorf mit Kultur zu tun haben.

Stadtbibliothek "Ich arbeite jetzt seit 15 Jahren in der Zentralbibliothek am Bertha-von-Suttner-Platz - und das sehr gern. Ich mag das internationale Flair des Standorts. Außerdem ist es toll, in einem solchen Tempel des Wissens und der Unterhaltung tätig zu sein. Wir haben ja nicht nur Bücher, sondern auch vieles andere wie Gesellschaftsspiele oder DVDs. Ich mag es auch, dass man an der Auskunft mit völlig verschiedenen Menschen mit unterschiedlichen Anliegen zu tun hat. Da kommt der Professor Doktor, aber auch der Schüler."

damenundherren "Der Kulturverein an der Oberbilker Allee ist mein zweites Wohnzimmer. Dort habe ich in den vergangenen Jahren getanzt, Sockenpuppentheater gespielt, geputzt, meine erste Kunst gekauft, Thekendienste verrichtet, den leckersten Kuchen der Stadt gegessen und viele Menschen getroffen. Für mich war es ein Aha-Erlebnis, als ich das damenundherren vor fünf Jahren kennengelernt habe. Ich habe gemerkt, dass es in dieser Stadt auch ungewöhnliche, nicht angepasste Leute gibt, die sozusagen Kunst von unten machen wollen - eine wichtige Ergänzung zum Beispiel zur Arbeit der Museen. Früher habe ich im damenundherren auch gute Bands entdeckt, aber Konzerte dürfen wir ja leider nicht mehr ausrichten. Seit anderthalb Jahren bin ich im Vorstand. Das ist viel Verwaltungsarbeit, gerade wegen der Probleme mit der Nutzungsgenehmigung und der Suche nach einem neuen Standort. Außerdem sind wir basisdemokratisch organisiert - es gibt also immer viel zu diskutieren."

"Klein-Marokko" (Eller-/Linienstraße) "Ich wohne in Oberbilk und fahre deshalb mit dem Rad über die Ellerstraße zur Arbeit. Ich freue mich immer, wenn ich dort morgens den Duft von frischer Minze rieche. Die Gegend zeigt eine ganz andere Seite von Düsseldorf. Ich bin schon zwei Mal mit dem Rucksack durch Marokko gereist und kenne das Land deshalb ein wenig. In "Klein-Marokko" lässt sich hervorragend einkaufen. Dort besorge ich Nüsse, Couscous, Gemüse und auch frischen Fisch. Im Fischladen kaufen auch die Japaner ein - was sicher ein Zeichen für gute Qualität ist."

Rhein bei Hamm/Volmerswerth "Es ist toll, wie ländlich die Düsseldorfer Rheinwiesen zwischen Hamm und Volmerswerth wirken, obwohl man mit dem Rad schnell aus der Innenstadt hinkommt. Dort sitze ich manchmal mit meinem Freund mit einer Flasche Wein und schaue den Sonnenuntergang an - dort ist die Sonne am längsten zu sehen. Leider habe ich das dieses Jahr noch nicht so oft geschafft, wie ich mir wünschen würde."

BiBaBuze "Ich bin ja ein Kulturjunkie, das sieht man schon daran, dass ich Bibliothekswesen und dann noch Germanistik studiert habe. Die Buchhandlung BiBaBuze am Bilker S-Bahnhof schätze ich, weil sie ein sehr ausgewähltes Sortiment hat und ich deshalb auch auf Bücher stoße, die ich vorher nicht kannte, obwohl ich ja durch meine Arbeit in der Bibliothek gut über Neuerscheinungen informiert bin. Das Personal ist kompetent und freundlich, seit einiger Zeit gibt es sogar ein Café - also alles, was man braucht."

Arne Lieb

Quelle: RP
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