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Fünf Lieblingsorte Klaus Klöppel
"Die Fanta 4 spielten bei uns vor 180 Leuten"

Fünf Lieblingsorte Klaus Klöppel: "Die Fanta 4 spielten bei uns vor 180 Leuten"
Klaus Klöppel am Tischkicker des Spektakulums, in dem er vor 25 Jahren auf einer halben Stelle begann. FOTO: Anne Orthen
Düsseldorf. Klaus Klöppel stammt aus Mönchengladbach und lebt auch in Mönchengladbach, in der Landeshauptstadt aber prägt er die Jugendkultur mit - und zwar mächtig. Seit 25 Jahren bietet er im Spektakulum in Benrath jungen Musikern, Kabarettisten und Künstlern eine Bühne für erste und/oder wichtige Auftritte, seit 2008 leitet er zudem die Junge Aktionsbühne im Haus der Jugend in Düsseltal.

Klöppel hatte zunächst sein Anerkennungsjahr in einer Abteilung des Jugendamtes absolviert und war danach als "Besänftiger" an der Kiefernstraße in Flingern im Einsatz, nachdem vorherige Befriedungsversuche der Stadt dort gescheitert waren. Der 56-Jährige zählt heute zu den wenigen Menschen, die ihre Arbeitsplätze auch zu ihren Lieblingsorten in der Stadt zählen. Aber nicht nur die.

Wanderpfad im Benrather Schlosspark "Neben den ausgebauten Wegen rund ums Schloss gibt es auch einen kleinen Fußpfad, den ich im Sommer sehr gerne entlang gehe. Da habe ich für 20 Minuten Abstand zur Arbeit. Der Weg ist schattig und kühl, erfrischt und belebt. Entsprechend schockiert war ich, was der Orkan ,Ela' in den alten Buchen- und Eichenbeständen angerichtet hat. Mittlerweile habe ich mich damit arrangiert. Sterben bedeutete hier, dass neue Lichtungen entstanden sind, und Lichtung bedeutet Platz für Neues, das diesen lichten Platz braucht. Wir haben einen Riesenverlust erlitten, aber auch eine Chance erhalten für die Ansiedlung neuer Arten."

Delikatessa im Carschhaus "Dort zeigt sich der Großstadtcharakter von Düsseldorf auf wunderbare Weise. Man kann kurz, schnell und gut essen - in Düsseldorfer Qualität eben. Zugleich sind die kleinen Restaurants mit vielen wichtigen Orten verbunden. Wir fahren in die Stadt, um Plakate in die Ticketverkaufsstellen in den Schadow Arkaden oder in der Altstadt zu bringen oder um Bands vor ihrem Auftritt in der Carlstadt zu treffen."

Galopprennbahn "Die habe ich erst spät für mich entdeckt, weil ich nicht gerade ein Pferdenarr bin. Ich habe bei einem Open-Source-Festival die Band Beirut bei einem wunderschönen Sonnenuntergang von der Tribüne aus erlebt. Die Illusion, nur von Natur umgeben zu sein, war perfekt. Das war ein Moment absoluten Glücks, dem ich nun gelegentlich nochmal nahe komme, wenn wir Kinder- und Kleiderbörsen im Teehaus veranstalten."

Spektakulum "Allein unsere Bühne in Benrath zu finden, ist eine Kunst für sich. Wer hier also ein Publikum findet und Erfolg hat, der hat es überall. Für mich hat das etwas Wunderschönes, dass Du Künstlern einen ihre ersten Auftritte verschaffen kannst. Du verschaffst ihnen und den Jugendlichen Teilhabe an etwas, das für alle eine große Rolle spielt. Im Idealfall bist Du Mosaikstein einer großen Karriere. Wir hatten zum Beispiel 1993 die Fantastischen Vier bei uns. Das war noch bevor sie mit dem Song ,Die da' richtig bekannt wurden. Die haben damals vor 180 Leuten gespielt, die aber kamen aus Siegen, aus Marburg, aus Aachen. Für uns war das ein sehr stressiger Abend, wir hatten am Ende einen ganzen Putzeimer voller Springmesser und Luftpistolen. Die Hip-Hop-Fans dachten damals noch, es gehöre dazu, bewaffnet zu einem Konzert zu kommen."

Haus der Jugend "Zur Jungen Aktionsbühne (Jab) standen wir immer in einer freundschaftlichen Konkurrenz. Die Bühne ist etwas größer als die im Spektakulum und liegt nicht so weit draußen. Als mich 2008 die Frage erreichte, ob ich auch die Leitung der Jab übernehmen möchte, habe ich trotzdem Ja gesagt. Beide Häuser haben klasse Teams und eine Existenzberechtigung. Auf der Jab standen schon Helge Schneider, Herbert Knebels Affentheater und die Red Hot Chili Peppers. Dort gibt es immer etwas zu entdecken, auch und gerade bei unserem Wettbewerb ,City Beats'. Die Rock'n'Roll-Familie hat im Haus der Jugend ihr Zuhause - und zwar sowohl die Eltern als auch der Nachwuchs der Familie." Christian Herrendorf

Quelle: RP
 
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